Erstellt am 03. November 2015, 05:02

von Christian Eplinger

8.785 Flüchtlinge versorgt. Betreuung und Zusammenarbeit aller Institutionen klappt weiterhin bestens, die Polizeiinspektion Wieselburg leidet aber unter Mehraufwand: „Normale Arbeit bleibt liegen.“ WIESELBURG / 

 |  NOEN, Christian Eplinger

Auch in der vergangenen Woche war das Wieselburger Transitlager wieder jede Nacht belegt. „Wir haben inklusive Sonntagabend bisher insgesamt 8.785 Flüchtlinge hier bei uns versorgt. Bisher klappt alles nach wie vor reibungslos und es ist auch noch zu keinem Rückstau gekommen. Heute kamen die Flüchtlinge gegen 16 Uhr bei uns an, erhielten ein warmes Essen, Toiletteartikel und konnten auch frisches Gewand aus dem Caritas-Sammellager suchen, ehe sie ihr Nachtquartier bezogen. Morgen sollten sie gegen 9 Uhr wieder abgeholt und zur deutschen Grenze gebracht werden“, schilderte Lagerleiter Rot Kreuz-Bezirkskommandant Franz Aspalter am Sonntagabend der NÖN.

 

Von diesen 8.785 Flüchtlingen haben bislang 47 um Asyl in Österreich angesucht. Diese Asylanträge wickeln die Beamten der Polizeiinspektion Wieselburg ab.

Für diese bedeutet das Transitlager generell einen erheblichen Mehraufwand, sind sie doch auch bei jeder Ankunft und Abfahrt vor Ort – auch wenn es hier bislang noch keinen einzigen Zwischenfall gegeben hat. „Aber das ist von der Landespolizeidirektion so vorgegeben. Daran haben wir uns zu halten. Unser Problem ist eher, dass durch die dünne Besetzung, die wir am Posten Wieselburg haben, und den Mehraufwand durch das Transitlager die normale Arbeit teilweise darunter leidet oder liegen bleibt“, erklärt ein Beamter der PI Wieselburg.

Zwei bis drei Stunden Arbeit pro Asylantrag

Sobald ein Flüchtling einen Asylantrag stellt, muss die Polizei ihn nach fremdenrechtlichen Bestimmungen festnehmen. „Wir müssen ihn samt Gepäck durchsuchen, alle Dokumente und gefährlichen Sachen vorübergehend abnehmen und das sechsseitige Anhalteprotokoll mit ihm genau ausfüllen. Danach wird die Landespolizeidirektion verständigt, die den Asylwerber dann in ein Erstaufnahmezentrum bringt. Das nimmt rund zwei bis drei Stunden pro Asylwerber in Anspruch. Eigentlich war uns ein zusätzlicher zugeteilter Beamter versprochen worden, doch der ist bislang noch nicht gekommen“, schildert der Beamte.

Dass diese Mehrarbeit die Arbeit der Polizei in diesen Tagen nicht gerade erleichtert, versteht sich von selbst. „Wir können nur alle um Verständnis bitten, wenn derzeit bei uns gewisse Sachen länger dauern und unsere Polizeiinspektion nicht immer besetzt ist. Aber wir haben auch alle nur zwei Hände.“