Erstellt am 08. März 2016, 04:04

von Claudia Stöcklöcker

9.000 Euro Strafe nach Crash mit 2,4 Promille. 44-Jähriger blickte zu tief ins Glas und raste in Kurve in entgegenkommendes Auto. Nun muss er 9.000 Euro Strafe berappen.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)

"Ich kann mich nur an einen Kracher erinnern", sagt ein Wieselburger vorm Richter. Mit 2,4 Promille im Blut setzte er sich im September letzten Jahres hinter das Steuer und verursachte in Marbach einen Crash mit vier Verletzten.

Nur selten trinke er Alkohol, sagt der 44-Jährige im Prozess am Landesgericht St. Pölten. „Damals ging die Beziehung zu meiner Lebensgefährtin in die Brüche und Geburtstag hab’ ich auch gehabt“, nennt er die Gründe für seinen übermäßigen Alkoholkonsum an jenem Abend. Nach einem Ausflug besuchte der Unglückslenker noch das Marktfest in Steinakirchen, bevor er sich kurz nach Mitternacht auf den Heimweg machte, wobei er in das Auto eines 25-Jährigen aus Neumarkt/Ybbs krachte. „In einer Kurve ist er geradeaus gefahren. Ich konnte nicht reagieren, dazu hatte ich gar keine Chance“, erzählt der 25-Jährige, der bei dem Crash mit Prellungen davon kam.

„Einen Tuscher hat es gemacht, ich bin raus“

Einer seiner Mitfahrer erlitt einen Schlüsselbeinbruch. „Einen Tuscher hat’s gemacht, die Airbags sind aufgegangen, ich bin schnell aus dem Auto raus“, sagt dieser. „Mit der Halswirbelsäule habe ich heute noch Probleme“, erklärt die zweite Mitfahrerin.

Nach dem Crash eilten die Opfer dem Alkolenker, der mehrere Knochenbrüche erlitten hatte, zu Hilfe. „Ansprechbar war er nicht, eher benebelt und im Schockzustand“, sagt einer der Helfer. Um Milde bittet der Verteidiger des 44-Jährigen. „Es war ein Ausreißer im negativen Sinn“, meint der Rechtsanwalt.

Das letzte Wort des Angeklagten? „Es tut mir sehr leid, es war nicht meine Absicht.“

Der Richter verurteilt den bislang Unbescholtenen wegen fahrlässiger Körperverletzung unter besonders gefährlichen Umständen zu 9.000 Euro unbedingter Geldstrafe und sieben Monaten auf Bewährung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.