Erstellt am 08. Januar 2013, 00:00

Alles mit Augenzwinkern. Kabarett / Christof Spörk präsentiert sein neues Kabarettprogramm bei einer Vorpremiere in Purgstall. Die NÖN sprach mit ihm über China, Schlafmangel und gutes Kabarett.

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Von Eva Lugbauer

PURGSTALL / Vor zwei Jahren bezog Christof Spörk die Bühne im Purgstaller Pfarrhof, um ein Experiment zu wagen: Der, auch von den Global Krynern bekannte, Klarinettist präsentierte sein erstes Soloprogramm. Zwei Jahre später kommt er zurück auf die Purgstaller Bühne und hat ein zweites Soloprogramm im Klarinettenkoffer.

NÖN: Purgstall kommt schon zum zweiten Mal zur Ehre der Vorpremiere Ihres Programmes. Hat sich das erste Mal also bewährt?

Spörk: Sehr sogar. Ich spiel’ gern in der Gegend, weil da die Global Kryner sehr bekannt sind. Dadurch ist das Publikum wohlwollend und verzeiht den einen oder anderen Fehler, der bei einer Vorpremiere noch passiert.

Mit den Global Krynern stehen Sie in der Gruppe auf der Bühne. Jetzt präsentieren Sie das zweite Soloprogramm. Ist der Solo-Bühnenkünstler in Ihnen erwacht?

Spörk: Es ist eine ganz andere Herausforderung, die mir gefällt. Ich unterhalte die Leute alleine. Das heißt auch, dass ich mehr Energie brauche. Das ist bei den Global Krynern anders: Wenn ich da nur zwei Stunden geschlafen habe, stehen noch andere auf der Bühne, die hoffentlich ausgeschlafener sind. Wenn ich einen Kabarettauftritt habe, muss ich mindestens acht Stunden geschlafen haben.

Es geht sich also kein Rockstar-Leben aus?

Spörk: Nein. Aber mit 40 tut ein bisschen Disziplin ganz gut.

Beim letzten Programm haben Sie über Lärmschutzwände und Thujenhecken philosophiert. Womit setzen Sie sich beim neuen Programm auseinander?

Spörk: Beim neuen Programm gibt es eine ganze Geschichte. Die leicht paranoide Angst in der Gesellschaft vor den Chinesen, die uns übernehmen, spielt eine Rolle.

Wie entstand die Idee zu der Geschichte?

Spörk: Die Idee ist aus mir herausgeflutscht. Ich bin politisch interessiert, les’ viel Zeitung - etwa „Die Zeit“ - und leb‘ am Land im Burgenland. Wenn das alles zusammenfließt, und auf eigene Überzeugungen prallt, kommt die Idee raus. Und wenn man liest, was die Europäer in der Geschichte alles angestellt haben, muss man wirklich hoffen, dass die aufsteigenden Länder nicht auf Revanche aus sind.

Das entspricht auch Ihrer eigenen Überzeugung?

Spörk: Ich glaube, dass man zumindest darüber nachdenken muss. Uns ist es, gerade in den letzten Jahrzehnten, sehr gut gegangen. Das wäre aber nicht möglich, wenn nicht wo anders auf der Welt die Werkbänke stünden. Aber das Kabarett soll natürlich kein politischer Vortrag werden. Es wird lustig und die Geschichte ist immer mit einem Augenzwinkern zu verstehen.

Was ist gutes Kabarett für Sie?

Spörk: Kabarett soll lustig sein, aber wenn es nichts zum Nachdenken gibt, dann ist der Sinn auch verfehlt. Gutes Kabarett ist für mich immer mit Kritik verbunden. Es ist nicht bloßes Witzerzählen. Im Witzerzählen bin ich außerdem ganz schlecht.

Das Programm heißt „Edelschrott“. Was ist edler Schrott?

Spörk: Edelschrott heißt ein Ort in der Steiermark. Irgendwann ist mir aufgefallen, dass der Begriff gut in unsere Zeit passt. Etwa zur Finanzkrise, wo auch viel Schrott edel gehandelt wird. Ich hoffe nur, keiner benützt den Begriff zur Beschreibung meiner Lieder (lacht).

Das Programm besteht wieder zu einem großen Teil aus Liedern?

Spörk: Ja, es gibt viel Musik. Diesmal spiele ich nicht nur Klavier und Harmonika, sondern auch Klarinette. Aber der Wortanteil ist höher als beim ersten Programm.

Für das erste Programm wurden Sie mit dem Österreichischen Kabarettpreis ausgezeichnet. Geisterte Ihnen beim Schreiben im Kopf herum, dass Sie wieder eine Auszeichnung erreichen wollen?

Spörk: Nein, ich bin immer noch perplex, dass ich den Preis bekommen habe. Ich seh‘ den eher als Vertrauensvorschuss. Ich glaube, die Jury dachte: Wenn sich der Spörk noch ein bissl mehr anstrengt, kommt noch mehr heraus. Aber der Kabarettpreis war ja kein Publikumspreis. Mein Ziel ist eher, dass das Programm beim Publikum ankommt.

Vorpremiere

Christof Spörk spielt

„Edelschrott“ am Donnerstag,

10. Jänner, um 19.30 Uhr im Purgstaller Pfarrsaal.

Karten: bei Lotto-Toto Angerer in der Kirchenstraße oder unter 0664/195 1925.

Kabarett und Klarinett: Christof Spörk (40) ist auch als Klarinettist der Global Kryner bekannt. Mit „Edelschrott“ präsentiert er jetzt sein zweites Soloprogramm.Sabine Stieger