Erstellt am 12. April 2016, 05:04

von Christian Eplinger

Aus Abfall wird was, das etwas wert ist. Brennender Appell des Jubilars: Umgang mit Boden und organischen Abfällen muss sorgsamer werden.

Hubert Seiringer (3. von rechts) mit den drei Obmännern der Gemeindeverbände für Umweltschutz der Bezirke Melk (Martin Leonhardsberger, links), Amstetten (Anton Kasser, 2. von rechts) und Scheibbs (Christoph Trampler, rechts) sowie Landesrat Karl Wilfing (2. von links) und Landwirtschaftskammerpräsident Hermann Schultes.  |  NOEN, Christian Eplinger

Als Leitbetrieb für nachhaltige Kreislaufwirtschaft präsentierte sich die Seiringer Umwelttechnik zum 25-jährigen Firmenjubiläum, das man am Freitag mit einem Festakt und am Samstag mit einem Tag der offenen Tür inklusive Gartenmesse am Kaninghof feierte.

"Umgang mit Boden muss sorgsamer werden"

„Der Umgang mit dem Boden und den organischen Abfällen muss sorgsamer werden!“ Dieser Appell von Hubert Seiringer stand am Ende des Festaktes am Freitag, bei dem zahlreiche niederösterreichische Politiker, Unternehmer und Umweltexperten anwesend waren.

Anlässlich des 25 Jahr Jubiläums des Kompost- und Bio-Erde Pioniers Seiringer Umweltservice traten auch der Obmann des GUV Scheibbs Bürgermeister Christoph Trampler, der Präsident der österreichischen Landwirtschaftskammern Hermann Schultes und Landesrat Karl Wilfing für mehr Anstrengungen in diesem Bereich ein. Nach spannenden Fachvorträgen konnte das Kompost- und Erdenwerk besichtigt werden.

Beim 25 Jahre Jubiläum der Seiringer Umweltservice Gmbh trafen zahlreiche Bürgermeister aus den Bezirken Scheibbs, Melk und Amstetten, Unternehmer, Experten und Meinungsbildner zum Festakt und Meinungsaustausch aufeinander. Im Zentrum standen Impulsreferate der steirischen Gartenexpertin Angelika Ertl und von Gerald Dunst, Mitbegründer der Ökoregion Kaindorf. Hubert Seiringer spannte in seinem Vortrag einen spannenden Ausblick auf zukünftige Entwicklungen des Umgangs mit organischem Abfall und Kompost.

"Abfall-Trennmoral sinkt"

„Die Entscheidungsträger müssen Mut zu langfristigen Visionen beweisen. Die Natur kennt keinen Abfall. Wir verwerten seit 25 Jahren biologische Abfälle und machen daraus gesunden, hochwertigen Kompost, der etwas wert ist und für gesunde Böden und damit gesunde Lebensmittel sorgt. Nur die Trennmoral sinkt. Es landen bis zu 30 Prozent Bioabfall im Restmüll. Mein Ziel ist es, diese Quote auf fünf Prozent zu reduzieren. Nur das geht nur gemeinsam, in dem wir es den Menschen bewusst machen, das Abfall auch Rohstoff ist“, betonte Seiringer.

Er ist der Pionier der natürlichen Kreislaufwirtschaft. Vor 25 Jahren begann er am Kaninghof mit der ersten, 1.200 m2 großen Kompostanlage. Heute ist diese mehr als 20.000 m2 groß, eine der modernsten Österreichs und verarbeitet den Grün- und Bioabfall der Bezirke Amstetten, Melk und Scheibbs. Mostviertler Know-how ist in den 25 Jahren aber auch zum Exportfaktor geworden. 80 Kompostanlagen weltweit verwenden Seiringer Umwelttechnik, 300 patentierte Windsicher und 25 patentierte Kompostumsetzer sind auf allen Kontinenten im Einsatz. Die jüngste Anlage wird derzeit gerade in Mumbai (Indien) gebaut. Sie wird die größte Kompostanlage Asiens sein.

2.000 Besucher beim Tag der offenen Tür

„Wir haben einen Exportanteil von über 90 Prozent und schaffen damit hoch qualifizierte Arbeitsplätze – auch für viele österreichische Zulieferbetriebe“, berichtet Kompost-Pionier Hubert Seiringer.

Mit dem steigenden Bewusstsein für gesunde Ernährung und nachhaltiges Wirtschaften, hat sich aber auch eine starke Bewegung entwickelt, die Regionalität und den eigenen Garten schätzt. Die ausgezeichnete Qualität von Kompost und Bio-Erden aus dem Unternehmen Seiringer sind die beste Basis für Erfolg im eigenen Garten.
Davon überzeugten sich am Samstag beim Tag der offenen Tür am Kaninghof mit Fäührungen durch den Kompostierbetrieb auch rund 2.000 Besucher.

Neben den zentralen Themen Erde, Garten, Pflanzen und Deko waren besonders das Schmankerlzelt mit Gustostückerln der regionalen Bio - Szene und der Frühschoppen mit „Die Tschechen“ ein Anziehungspunkt. Das Kinderprogramm, gestaltet von Schülern der HLUW Yspertal, mixte erfolgreich Lehrreiches zur Natur mit Unterhaltsamen für Groß und Klein. Über 40 Aussteller aus den Bereichen Garten, Pflanzen und Deko vollendeten eine gelungene Jubiläumsveranstaltung.


Zitiert

„Pioniere müssen einiges aushalten. Wir müssen aber alle dazu beitragen, dass die Trennmoral wieder besser wird. Abfall ist Rohstoff. Wir können es uns nicht erlauben, darauf zu verzichten.“
Anton Kasser, Obmann GVU Bezirk Amstetten

„Hubert war schon in der Schule ein Querdenker. Und auch heute muss die Bewusstseinsbildung für Mülltrennung und den Wert unseres Bodens wieder in den Schulen und im Kindergarten beginnen.“
Christoph Trampler, Obmann GVU Bezirk Scheibbs

„Wir müssen als politische Entscheidungsträger als Vorbild voran gehen. Die Gemeinden sind die Keimzellen für nachhaltiges Wirtschaften. Das Sammeln und Verwerten von organischen Abfällen ist ein großes, zentrales Anliegen.“
Karl Wilfing, Landesrat

„Humuswirtschaft in der Landwirtschaft ist Wirtschaften mit dem lebendigen Boden. Wir brauchen den Kompost für unsere Felder und Gärten und dürfen daher auf diese Rohstoffe nicht verzichten.“
Hermann Schultes, Landwirtschaftskammerpräsident