Erstellt am 12. November 2015, 05:03

von APA/Red

Baby Erfan ist da. Familie Ahmadi aus Afghanistan hat Zuwachs bekommen – der kleine Erfan ist aber eigentlich schon ein echter Österreicher.

Mutter Sona Ahmadi mit dem kleinen Erfan, dahinter Vater Jawed, Hans-Peter Beier und Bürgermeisterin Renate Gruber, die im Namen der Gemeinde Gaming ein Kirschkernkissen für das Baby überreichte.  |  NOEN, Miriam Seidl

Ein neuer Gaminger hat am 12. Oktober das Licht der Welt erblickt. Erfan Ahmadi ist aber kein österreichischer, sondern ein afghanischer Staatsbürger – obwohl er Afghanistan vermutlich nicht einmal mehr im Mutterbauch kennengelernt hat.

Seit Jänner dieses Jahres sind die Ahmadis nämlich schon in Österreich, zunächst in Traiskirchen, und wohnen jetzt seit Juli in Gaming in der Erlauftalstraße. Erfan ist der 21. Gaminger „Flüchtling“ und der erste, der auch im Bezirk Scheibbs geboren ist. „Mit dem Deutschlernen wird er sich später sicher leichttun“, meint Hans-Peter Beier beim Babybesuch, hat der Kleine doch bereits im Bauch viel Deutsch gehört und wird wohl auch beim mehrmals wöchentlich stattfindenden Deutschunterricht dabei sein – vorerst aber noch schlafend in seinem Babybett.

Für ein bisschen Aufregung hatte der Kleine jedenfalls schon ganz am Anfang gesorgt: Nach seiner Geburt in Scheibbs musste er aufgrund einer Infektion drei Tage in St. Pölten behandelt werden. Nach einer Antibiotikatherapie geht es ihm jetzt aber wieder blendend und er fühlt sich, wie seine Eltern und Geschwister, in Gaming sichtlich wohl.

Gaming setzt positives Beispiel

Dies liegt wohl nicht zuletzt an dem engagierten Einsatz der Gemeinde und besonders der freiwilligen Helfer – allen voran Hans-Peter Beier, der einen großen Teil seiner Freizeit dafür verwendet, den Familien und Jugendlichen zu helfen, wo auch immer gerade Unterstützung benötigt wird. Er war es auch, der Familie Ahmadi vom Krankenhaus St. Pölten nach Hause nach Gaming geholt hat.

Die Gaminger Bevölkerung zeigt sich allgemein von ihrer sehr hilfsbereiten Seite. „Es ist eine richtige Gemeinschaft geworden“, freut sich Bürgermeisterin Renate Gruber. Nach wie vor sorgt ein Team von acht Freiwilligen für zwei zusätzliche Einheiten Deutschkurs pro Woche, die direkt in den Wohnungen stattfinden, damit auch die Frauen mit den kleinen Babys daran teilnehmen können.

Die zwei älteren Geschwister des nunmehr jüngsten Flüchtlings Erfan, Homaira und Ahmad Zia Ahmadi, besuchen beide die Volksschule Gaming, ein Bursch geht in die Hauptschule und einer sogar ins BORG Scheibbs. Auch ansonsten hat die Gemeinde für ausreichend Beschäftigung gesorgt: Sieben Jugendliche und zwei Männer arbeiten nun einige Stunden pro Tag für die Gemeinde und „man merkt wirklich, sie sind mit großem Eifer und großer Begeisterung dabei“, weiß die Bürgermeisterin.

Auch wenn die deutsche Sprache klarerweise besonders für die Erwachsenen noch eine große Herausforderung bleibt, ist die Kommunikation dank der Technik doch schon gut möglich. Mithilfe des Handys konnte beim Babybesuch schlussendlich auch erklärt werden, wofür und wie man das von Bürgermeisterin Renate Gruber mitgebrachte Kirschkernkissen denn verwendet.