Erstellt am 21. Oktober 2015, 05:02

von Christian Eplinger

„Bei Regionsarbeit ist Partei Nebensache“. SPÖ-Landtagsabgeordnete des westlichen Mostviertels präsentierten Halbzeitbilanz und möchten enger zusammenarbeiten.

von links nach rechts: Helmut Schagerl (»Zusammenarbeit in der Region und über Parteiengrenzen ist ein Gebot der Stunde.«), Integrationssprecher Günther Sidl (Politiker müssen bei der Flüchtlingsthematik Haltung zeigen.«), Renate Gruber (Müssen in der Flüchtlingsfrage aktiv vorangehen, dann ziehen andere mit.«), Alfredo Rosenmaier (»Diese drei Abgeordneten stehen mit Leib und Seele für ihre Region ein.«)  |  NOEN, CE

Der Ort der Halbzeitbilanz-Pressekonferenz der drei SPÖ-Landtagsabgeordneten am Freitag war nicht zufällig gewählt.

Renate Gruber, Günther Sidl und Helmut Schagerl luden gemeinsam mit SPÖ NÖ-Klubobmann Alfredo Rosenmaier ins Gasthaus Kummer nach Gresten ein. „Nicht nur, weil die von der SPÖ geführte Marktgemeinde Gresten im Bonitätsranking österreichweit top ist, auch das Gasthaus Kummer ist ein Vorzeigebetrieb.

Mit dem erst kürzlich eröffneten Gästehaus hat man einen mutigen Schritt gesetzt. Genau solche kleinen, aber qualitativ hochwertigen Anbieter brauchen wir. Die bringen regionale Wertschöpfung und sorgen für Impulse im Tourismus, der gerade im südlichen Teil der Bezirke Scheibbs und Amstetten eine enorm wichtige Rolle spielt“, betont die Gaminger Bürgermeisterin Renate Gruber.

Dass sich der Tourismus in der Region wieder im Aufschwung befinde, sei einerseits ein Verdienst der Landesausstellung und andererseits bedingt durch das Zusammenrücken der Talschaften und der handelnden Personen. „Ein breites Angebot ist für den Gast attraktiver.

Der Ybbstal-Radweg ist ein gutes Beispiel, wie Projekte funktionieren können, wenn Parteipolitik zur Nebensache wird. Hier steht das enge Zusammenarbeiten zum Wohle des Projekts im Vordergrund. Das Land unterstützt dies durch Investitionen in strukturschwachen Regionen. „Das ist der richtige Weg“, ist Helmut Schagerl, Bürgermeister von St. Georgen, überzeugt.

Know-how und Kaufkraft in der Region halten

Die Jugend in der Region zu halten oder nach einer Ausbildung in der Stadt wieder zurückzugewinnen, ist eines der wichtigsten Anliegen von Günter Sidl aus Petzenkirchen. „Wir brauchen attraktive Arbeitsplätze, um das geistige Know-how und die Kaufkraft in der Region zu halten“, unterstreicht Sidl.

Allen drei ein großes Anliegen ist das Flüchtlings-Thema. Günter Sidl hat in der Melker SPÖ-Bezirkszentrale eine Flüchtlingsfamilie untergebracht. „Wir Politiker müssen bei diesem Thema Haltung zeigen“, sagt Sidl. Auch Gruber und Schagerl engagieren sich aktiv mit ihren Gemeinden in der Flüchtlingshilfe.

In Gaming sind seit August 21 Asylwerber in einem Wohnhaus einquartiert. In der 550 Einwohner zählenden Gemeinde St. Georgen sollen im ehemaligen, seit fünf Jahren leer stehenden Blindenerholungsheim in Zusammenarbeit mit der Firma SLC Europe 50 Flüchtlinge untergebracht werden.

„Auch wenn es in der Bevölkerung nachvollziehbare Ängste gibt, in dieser Situation müssen wir uns von menschlichen Lösungen leiten lassen und jenen helfen, die ihre Heimat verlassen mussten“, betont Rosenmaier.


Zitiert

„Sie haben das Herz am richtigen Fleck“

„Diese drei Abgeordneten leisten sehr qualitätsvolle und verlässliche Arbeit und zeigen gerade in der Flüchtlingsfrage, dass sie das Herz am richtigen Fleck haben. Denn bei diesem Thema stehen Moral und Menschlichkeit an oberster Stelle.“
Alfredo Rosenmaier

„Wir versorgen mit den insgesamt rund 5.500 Photovoltaikanlagen in den drei Bezirken mehr als 15.000 Haushalte mit sauberem Strom. Da sind wir auf einem sehr guten Weg, nur dürfen wir diesen auf keinen Fall verlassen oder uns jetzt schon zufrieden zurücklehnen. Hier gilt es, ständig nach neuen Möglichkeiten und Chancen zu suchen.“
Günther Sidl

„Wir haben in der ersten Hälfte der Legislaturperiode unter anderem mit der Novellierung der Raumordnung und der Bauordnung zwei große Würfe geschafft. Das mag zwar trocken klingen, bewährt sich aber in vielen Projekten und vermeidet Wildwuchs bei Windkraft- oder Photovoltaikanlagen.“
Helmut Schagerl

„Wir müssen den Lehrberuf wieder attraktiver machen. Das in unserem Bildungskonzept enthaltene berufsorientierende Jahr könnte dazu viel beitragen.“
Renate Gruber