Gaming , Gresten-Land , Reinsberg , Scheibbs , Wieselburg

Erstellt am 29. Juli 2016, 09:36

Unwetter setzten Erlauftal unter Wasser. In Wieselburg, Gaming, Gresten-Land, Reinsberg sowie der Bezirkshauptstadt Scheibbs hatten die Florianis seit Mittwochnachmittag schwer mit den Unwettern zu kämpfen.

Um 16.25 Uhr wurde am Mittwoch die FF Gaming zum ersten Einsatz alarmiert, konkret zu Auspumparbeiten in der Pockau. Bei der Anfahrt zum Einsatzort wurde erst das ganze Ausmaß der Unwetter sichtbar: In der „Maut“ trat bereits der Bach über die Ufer – Richtung Pockaugraben verschärfte sich die Lage weiter.

Ab dem Haus Pockau 42 gab es kein Weiterkommen mehr. Auch der Rückweg wurde den ersten Feuerwehrfahrzeugen innerhalb von Minuten versperrt. So konnten die Florianis zu diesem Zeitpunkt erst gar nicht zu den Häusern, von denen der Alarm gekommen war, vordringen.

Bach über den Ufern, Landesstraße unterspült

Durch die Unterstützung der Straßenmeisterei und eines Lkw der Firma Fallmann kam die Feuerwehr dann aber doch weiter, um die Ursache der Überflutungen festzustellen. Beim Haus Pockau 44 trat der Bach über das Ufer, das Problem konnte mithilfe des Krans und einer Motorsäge gelöst werden.

Außerdem war die Landesstraße 6155 komplett unterspült und der Asphalt gehoben, so dass die Straße nicht mehr befahrbar war. Bereits bei der Anfahrt zum Einsatzort verständigte der Einsatzleiter der Feuerwehr die Kollegen aus Kienberg und Brettl zur Unterstützung. Die Kienberger halfen beim Auspumpen von Kellern, die Feuerwehr Brettl führte Reinigungs- und Aufräumarbeiten in der Pockau durch. Erst gegen 22 Uhr waren alle Einsätze beendet, neun Fahrzeuge mit über 30 Mann waren im Einsatz gewesen.

Reinsberg: Drei Kälber vor Ertrinken gerettet

Die Freiwillige Feuerwehr Gresten-Land rückte am Mittwoch zu acht Einsätzen sowie am Donnerstag zu weiteren zwei Einsätzen aus: Man barg zwei Fahrzeuge, vier Keller wurden ausgepumpt sowie mehrere Verklausungen und Verstopfungen gelöst um das Abfließen der Bäche zu sichern. Auch eine Straßensperre musste errichtet werden; an beiden Tagen waren die Grestener Florianis mit 30 Mann insgesamt 106,5 Std im Einsatz.

Die Reinsberger Florianis rückten am Mittwoch gegen 16.40 Uhr zum Bauernhof Stein am Buchberg aus. Der Stall stand bis zu 75 cm unter Wasser, drei Kälber konnten vor dem Ertrinken gerettet werden. Im Erdgeschoß des Wohnhauses stand das Wasser 10 bis 20 cm hoch, auch der Keller wurde mit Wasser geflutet.

Die Feuerwehrleute befreiten beide Stockwerke mit dem Nasssauger vom Wasser und reinigten auch das Wirtschaftsgebäude: Ein Güllebehälter musste ausgepumpt werden, um die Tiere (20 Milchkühe und 27 Kälber) wieder auf trockenem Boden zurückzubringen, auch den gesamten Stall befreite man von Mist und Schlamm.

In der Burggasse und in Schaitten baute die Feuerwehr Hochwasserschutz auf, bei der Hubertuskapelle sicherte man die Straße. Bei Steinbach wurde ein Lenker vom Wasser im Auto eingeschlossen, die Florianis retteten den Mann. Bei den Reihenhäusern im Waldweg pumpten sie die Keller aus. Gegen 2 Uhr nachts konnte die FF einrücken.

Viele Keller in Scheibbs standen unter Wasser

In Scheibbs rief man die Feuerwehr am Mittwochnachmittag zu Auspumparbeiten unweit des Stadtgebietes, betroffen waren zwei Häuser. In der Nacht auf Donnerstag führten die wiederkehrenden schweren Regenfälle zu gleich drei Einsätzen in der Stadt.

Der erste Einsatz in dieser Nacht erfolgte nach einem Alarm kurz vor 23 Uhr: Ein Bach trat über das Ufer, ein Stall wurde dadurch geflutet. 
Bei dem betroffenen Bauernhof war bereits der gesamte Hof und der Stall überschwemmt
. Auch die B25 musste für kurze Zeit gesperrt werden, da die Wassermassen ein Befahren der Straße unmöglich machten. Eine Verklausung im angrenzenden Bachbett hatte die Fluten gebracht, das Problem konnte aber zum Glück schnell gelöst werden.

Zeitgleich halfen die Florianis mit zwei anderen Fahrzeugen bei einem Einfamilienhaus, das mit Schlamm und Matsch zu kämpfen hatte. Über die Bezirksalarmzentrale Amstetten kam anschließend der dritte Alarm; diesmal stand ein Keller unter Wasser, auch der nahe Friedhof blieb nicht verschont. Nach knapp drei Stunden Arbeit konnten die Scheibbser Florianis wieder einrücken.

Am Donnerstagvormittag schließlich begab man sich mit Pumpen, Nasssauger und Schaufeln zu einem Einfamilienhaus, dessen Keller bis zu einem halben Meter tief unter Wasser stand. Auch dieses Problem konnten die Feuerwehrleute beheben.

Auch die FF Wieselburg war im Einsatz: Im Bereich Golling und Krummnußbaum half man, nachdem der Starkregen schwere Verwüstungen hinterlassen hatte. Dutzende Keller galt es auch hier auszupumpen und viele Straßen mussten vom Schlamm befreit werden.