Oberndorf an der Melk

Erstellt am 01. Dezember 2016, 07:48

von Gerhard Rötzer

Weihnachtspost aus Oberndorf. Seit 25 Jahren besteht in Oberndorf an der Melk die Möglichkeit, Christkind-Briefe mit speziellen Marken und Sonderstempel zu verschicken. Am 10. Dezember von 13 bis 18 Uhr.

Martin Gassner, Erika Grabner und Hannes Rausch (von links) freuen sich schon auf das 25. Sonderpostamt in Oberndorf am 10. Dezember von 13 bis 18 Uhr.  |  NOEN, Gerhard Rötzer

Das Oberndorfer Sonderpostamt öffnet am Samstag, 10. Dezember, um 13 Uhr zum 25. Mal seine Pforten. Und darf sich wieder auf eine wahre Flut von Weihnachtspost gefasst machen: jedes Jahr treten rund 15.000 Grußkarten und Christkind-Briefe ihren postalischen Weg von Oberndorf an der Melk an. Möglich macht das die engagierte Crew der „Arbeitsgemeinschaft Weihnachtspostamt Oberndorf“ rund um Obfrau Erika Grabner und deren Stellvertreter Martin Gassner.

Vor allem bei Briefmarkensammlern aus halb Europa und auch aus Übersee ist das Sonderpostamt bekannt und beliebt.

Begonnen hat alles im Jahr 1991 auf Initiative der damaligen Wirtsleute und Briefmarken-Freunde Franz und Erika Grabner. Sie beherbergten damals mehr oder weniger zufällig eine Familie Taurer aus Steyr, die zu dieser Zeit das dortige Sonderpostamt Christkindel organisierte. Kurzerhand öffneten die Grabners im alten Gemeindeamt in Oberndorf das erste Mal das Sonderpostamt, quasi als Zweigstelle des Christkindel-Postamtes in Steyr. Im Laufe der vergangenen 25 Jahre wechselte das Weihnachtspostamt Oberndorf mehrmals seinen Standort, bis es schließlich an seinem aktuellen Ort, dem Foyer des neuen Gemeindeamtes der Marktgemeinde landete.

Im Vorjahr wurde außerdem ein eigener – von Steyr unabhängiger – Verein gegründet.

Marterl-Briefmarken für Sammler aus aller Welt

Über die Jahre hat sich das Oberndorfer Weihnachtspostamt (es gibt derzeit nur noch vier solche Sonderpostämter in Niederösterreich) bei Markensammlern so etabliert, dass die Sondermarken, für die der Oberndorfer Künstler Hannes Rausch die Motive zeichnet, bereits in Serien von 1.000 Stück produziert werden.

Briefmarkensammler aus aller Herren Länder, wie etwa Schweden, Kanada oder sogar Japan, bestellen diese begehrten Stücke. Besonders gefragt ist die legendäre „Marterl-Serie“ aus der Feder von Hannes Rausch. Seine wunderbaren Zeichnungen von Marterln, Kapellen, Kreuzen, Heiligenstatuen und Kirchenmotiven zieren neben Briefmarken auch Postkarten, Briefkuverts und Sonderstempel.

Dass das jährlich stattfindende Sonderpostamt auch für die Oberndorfer selbst etwas ganz Besonderes und mittlerweile ein Fixpunkt ist, beweist auch der daraus entstandene Adventmarkt, der seit 1996 immer parallel dazu stattfindet.

In den ersten Jahren wurden dort nur Strohsterne und Honig angeboten, seither ist jedoch auch diese Veranstaltung ordentlich gewachsen und aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken.