Erstellt am 22. Juni 2016, 05:00

von Christian Eplinger

Das Gasthaus Neckar hat neue Besitzer. Familie Kellnreiter hat Neckar gekauft. 20 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sollen dort betreut werden. Pizzeria bleibt.

Elisabeth und Ernst Kellnreiter (rechts) mit Pizzeria-Geschäftsführer Hasan Dokat, der die Pizzeria Verona im Gasthaus Neckar weiterführen wird.  |  NOEN, privat

Das Gasthaus Neckar samt dem auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindlichen Salettl hat einen neuen Besitzer. Elisabeth und Ernst Kellnreiter haben das Areal von Mohammed Jaradat erworben. Der Rumäne war seit 2011 Besitzer des Gebäudes.

"Mietvertrag quasi eins zu eins übernommen"

„Wir standen schon in den letzten Jahren immer wieder intensiv in Kontakt mit dem rumänischen Besitzer und haben ihn bei etlichen Angelegenheiten unterstützt. Da er jetzt verkaufen wollte, haben wir ihm ein Angebot gestellt und uns mit ihm geeinigt“, schildert Elisabeth Kellnreiter, der vor allem der Erhalt des Gebäudes und die Wiederbelebung des Salettls ein großes Anliegen sind.

Mit Hasan Dokat, der die Pizzeria Verona im ehemaligen Gasthaus Neckar betreibt, ist man sich schon einig. „Wir haben den Mietvertrag quasi eins zu eins übernommen“, sagt Kellnreiter.

Nebenbei plant die Familie Kellnreiter aber auch eine Nutzung des restlichen Gebäudes. „Wir haben beim Land um eine Betreuungseinrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge angesucht. Die 14 Zimmer und der große Garten wären dafür ideal geeignet, ohne dass große bauliche Maßnahmen getätigt werden müssten“, schildert Kellnreiter.
 

Die Betreuung der bis zu 20 jugendlichen Flüchtlinge im Alter von 14 bis 18 Jahren würde eine Organisation übernehmen. Erste Gespräche dahingehend gibt es schon. „Die Jugendlichen würden von zwei Sozialarbeitern rund um die Uhr betreut. Dazu kommen Psychologen und vielleicht auch einige ehrenamtliche Helfer“, erklärt Kellnreiter.

Da Steinakirchen derzeit keine Flüchtlinge beherbergt – die fünfköpifge afghanische Familie hat bereits Asylstatus und ist aus der Quote rausgefallen –, stehen die Chancen, dass das Projekt verwirklicht wird, nicht schlecht. Wann und ob es tatsächlich soweit sein wird, weiß derzeit aber noch niemand. „Jetzt sind Land und Bezirkshauptmannschaft am Zug, die das Vorhaben bewilligen müssen“, weiß Kellnreiter.