Erstellt am 16. März 2016, 03:24

von Andreas Kössl und Christian Eplinger

Das Mostviertel als Krimi-Schauplatz. Waidhofner Autor präsentierte in Scheibbs seinen ersten Kriminalroman.

 |  NOEN, zVg
Ein Ybbstaler Unternehmer, der sich den Traum vom Global Player erfüllen möchte und deshalb die Produktion nach Südostasien auszulagern gedenkt, was bei vielen nicht gerade auf große Gegenliebe stößt, steht am Beginn von „Mostviertler“.

So nennt sich der neue Roman des Waidhofner Autors Helmut Scharner, der Anfang Februar beim renommierten deutschen Gmeiner Verlag erschienen ist. Es ist Scharners erster Krimi, den der 40-Jährige am vergangenen Donnerstagabend in der Buchhandlung Herta Widhalm in Scheibbs präsentierte.

 
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Im Unterschied zu seinen ersten beiden Romanen „Nordlicht oder Sari?“ (2011) und „Blues oder Tango“ (2012), die um die Liebeswirren eines jungen Mannes kreisten, ist „Mostviertler“ ein Krimi – angesiedelt, wie schon aus dem Titel hervorgeht, im Mostviertel.

„Der Titel ist eine kleine Anspielung auf die bekannten „Waldviertler“-Schuhe“, sagt Scharner, schließlich geht es um den Mostviertler Schuhproduzenten Jakob Schuster, dessen Firma irgendwo zwischen Ybbsitz und Waidhofen liegt.

Seine Pläne zur Übernahme einer vietnamesischen Fabrik, bedeuten jedoch sein Todesurteil. Schuster wird ermordet und der Wiener Kommissar Brandner beginnt gemeinsam mit einem Waidhofner Kollegen zu ermitteln. Doch der Kreis der Verdächtigen ist nicht gerade klein.

Mostviertel-Krimi mit Globalisierungskritik

„Bevor ich an dem Buch zu schreiben begonnen habe, habe ich mir überlegt, was den für den Leser und damit auch für einen Verlag interessant sein könnte“, sagt Scharner. „Da sich regionale Krimis einer großen Popularität erfreuen und ich auch selbst gerne Krimis lese, habe ich mich für einen solchen entschieden.“

Neben Verlagskollegen Manfred Baumann nennt der gebürtige Ybbsitzer noch Herbert Dutzler und Joe Fischler als Lieblings-Autoren in diesem Genre. Was Scharner jedoch von ihnen unterscheidet, ist sein Ansatz. Das mit viel Lokalkolorit angereicherte Skurril-Humoristische interessiert ihn weniger, „Mostviertler“ ist ein Wirtschaftskrimi, der die Themen Globalisierung und Arbeitslosigkeit aufgreift, wobei dem Autor sein beruflicher Background zu Gute kam.

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Scharner ist nämlich für die voestalpine Precision Strip als Area Sales Manager für Nord- und Südamerika zuständig. Davor war es der asiatische Raum. „Ich kenne diese Region sehr gut“, sagt  Scharner. „Die großen Sportschuhhersteller produzieren hauptsächlich in Asien. In Vietnam befindet sich mittlerweile nach China die zweitgrößte Schuhindustrie.“

Die Schauplätze an denen „Mostviertler“ hauptsächlich angesiedelt ist, werden den Lesern bekannt vorkommen. Das Waidhofner Schlosshotel spielt ebenso eine Rolle, wie das Café Moshammer, das Lokal „Steirer Himmel“ oder die Jausenstation Berg in Ybbsitz.

So real die Orte des Buches sind, so fiktional sind seine Charaktere – eine ganz bewusste Wahl, betont der Waidhofner Schriftsteller, der bereits an seinem nächsten Krimi schreibt und in dem mehrere Figuren aus „Mostviertler“ eine tragende Rolle spielen werden.