Erstellt am 13. Oktober 2015, 05:02

von Christian Eplinger

„Ein Meilenstein. Wirtschaft / Brau Union investierte heuer insgesamt sieben Millionen WIESELBURG / Auch wenn bei der Eröffnung der neuen Abfüllanlage und Verpackungsmaschine in der Brauerei Wieselburg am Freitag punktgenau der „Vorführ-Effekt“

Die neue Flaschenfüllanlage in der Brauerei Wieselburg ersetzt die alte Anlage aus dem Jahr 1993 und kann bis zu 48.000 Flaschen pro Stunde füllen - sowohl in Mehrweg- als auch Einweggebinden. Gemeinsam mit der neuen Verpackungsmaschine wurden heuer alleine in die Technik von der Brau Union fünf Millionen Euro in den Standort Wieselburg investiert.  |  NOEN, Christian Eplinger

Auch wenn bei der Eröffnung der neuen Abfüllanlage und Verpackungsmaschine in der Brauerei Wieselburg am Freitag punktgenau der „Vorführ-Effekt“ eintrat – die neue Verpackungsmaschine blockierte –, gab es bei den Verantwortlichen rundherum zufriedene Gesichter. „Der heutige Tag ist ein Meilenstein in der traditionsreichen Geschichte der Brauerei Wieselburg“, unterstrich Braumeister Christian Huber die Bedeutung der Investition in den Standort Wieselburg.

Um insgesamt sieben Millionen Euro wird dieser heuer aus- und umgebaut. Alleine fünf Millionen Euro verschlangen dabei die neue Flaschenabfüllanlage und die neue Verpackungs- und Etikettieranlage. Zwischen 42.000 und 48.000 Flaschen kann die neue Maschine, die die 23 Jahre alte Anlage ersetzt, pro Stunde füllen – egal ob Einweg- oder Mehrwegflaschen.

„Diese Investition macht den Standort Wieselburg
zu einer der modernsten Brauereien in Europa.“
Braumeister Christian Huber

Ein Schritt in die Zukunft, denn „auch wenn wir schon wegen des Umweltgedankens in der Brau Union auf Mehrweg setzen, sind die leichten Einwegverpackungen in den unterschiedlichsten Gebindeeinheiten vor allem in den Städten und beim Handel stark im Kommen. Wir müssen hier mit dem Trend gehen“, erklärte Brau Union Generaldirektor Markus Liebl. Immerhin haben Einweggebinde in Österreich auch beim Bier bereits einen Marktanteil von rund 30 Prozent – in den USA sogar von 95 Prozent.

„Diese Investition macht unseren Betrieb zu einer der modernsten Brauereien in Europa und stärkt natürlich auch unsere Stellung im Heineken-Konzern. Denn mit der neuen Verpackungsmaschine sind wir auch zum konzernweiten Kompetenzzentrum für spezielle Verpackungen geworden“, freute sich Christian Huber.

Eine Freude, die auch die Politik mit den Brau Union-Verantwortlichen teilte. „Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass ein Betrieb in der heutigen, wirtschaftlich schwierigen Zeit, so viel Geld in die Hand nimmt und in die Zukunft investiert. Daher ist das heute für den Standort, die Mitarbeiter, die Stadtgemeinde und die gesamte Region ein Freudentag“, betonte Wieselburgs Bürgermeister Günther Leichtfried.

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Als klares Bekenntnis zum Standort Wieselburg und zu Niederösterreich bezeichnete Landesrätin Petra Bohuslav diese Investition der Brau Union: „Wir brauchen solche nach vorne blickenden Unternehmen, die in schwierigen Zeiten einen positiven Impuls setzen. Das Wieselburger Bier ist in einem Land, das auf Genuss setzt, ein Markenzeichen und ein Werbeträger, auf den wir alle stolz sind“, sagte Bohuslav.

Nicht zu kurz kam bei der Eröffnungsfeier natürlich auch der Genuss (siehe auch Seite 87). Da machte vor allem das neue Wieselburger Schwarzbier die Runde. „Das ist kein typisches süßes Schwarzbier, sondern durch seine feine Hopfennote und den dezenten Geschmack von Kaffee und Bitterschokolade ein leichtes Märzenbier – und das in hochwertigem, edlen Design“, machte Christian Huber Gusto auf die neueste Produktinnovation der Wieselburger Brauerei.

Übrigens: Mit der Eröffnung am Freitag ist das Investitionsprogramm der Brau Union am Standort Wieselburg noch nicht abgeschlossen. Schon diese Woche beginnen die Bauarbeiten für die neue Logistikhalle in Wieselburg auf der rückseitigen, noch freien Fläche zur Erlauf hin.


Zahlen, Daten und Fakten

Die Geschichte: Seit 1770 braut man in Wieselburg traditionelle Bierspezialitäten, seti 1925 unter der Flagge der ehemaligen Brau AG. Von 1971 bis 1973 wurde östlich der Stadt Wieselburg die damals modernste Brauerei Europas errichtet. Seit 1998 gehört die Wieselburger Brauerei zur Brau Union Österreich AG, die wiederum seit 2003 Mitglied des internationalen Heineken Konzerns ist. Aktuell sind in Wieselburg rund 250 Mitarbeiter beschäftigt, davon 75 in der Produktion.

Die Marken und Sorten: Insgesamt werden in der Brauerei Wieselburg aktuell rund 930.000 Hektoliter Bier pro Jahr gebraut und abgefüllt. Die in Wieselburg produzierten und abgefüllten Sorten sind: Kaiser (Premium, Märzen, Goldquell, 2,9er, Doppelmalz, Festbock und Sportradler), Wieselburger (Gold, Spezial, Stammbräu, Wieselburger Schwarzbier), Schlossgold, Heineken, Tiger, Desperados und Schwechater (Hopfenperle, Zwickl). Zusätzlich werden weitere Sorten wie Gösser, Zipfer, Amstel, Edelweiss, Calanda, Brand oder Affligem für den internationalen Markt abgefüllt (unter anderem für Beertender).

Der Produktmix in Wieselburg beträgt rund 65 Prozent Flaschenproduktion, 30 Prozent KEG (Bierfässer) und 5 Prozent Beertender. Den Markenmix führt Kaiser (mit allen Sorten) mit rund 50 Prozent des Gesamtumfanges klar an. Wieselburger erreicht rund 30 Prozent.