Erstellt am 12. April 2016, 12:04

von Andrea Panzenböck

Ein Scherz mit Folgen. Das Schauspiel Scheibbs begeisterte mit der französischen Salon- und Konversationskomödie "Der Vorname". Der erstmals stattgefundene Theaterfrühling war ein voller Erfolg.

Simone Klein glänzte in der Rolle der Französischlehrerin Elisabeth Garaud-Larchet (genannt »Babou«).  |  NOEN, Kurt Tutschek

Unter der Regie von Josef Kammerer brachte ein Ensemble des Schauspiels Scheibbs (Simone Klein, Hans Huber, Christoph Eckel, Martin Putz und Birgit Kalteis) die französische Salonkomödie „Der Vorname“ auf die Bühne und überzeugte damit das Publikum an drei aufeinanderfolgenden Abenden im ausverkauften kultur.portal.

Scherz verursacht heftigen Streit

Die Handlung, die in Echtzeit an einem Schauplatz abläuft und unvorhersehbare Wendungen bietet, lässt sich kurz zusammenfassen: Der kleine Scherz von Immobilienmakler Vincent, er werde seinen ungeborenen Sohn „Adolphe“ nennen, stößt bei seinen Freunden, die ausschließlich die Verbindung zu Hitler sehen, auf Unverständnis und Ärger.

Es kommt zu einem heftigen Streit, der die Liberalität des elitären Grüppchens auf den Prüfstand stellt. Die Situation eskaliert, Geheimnisse werden enthüllt, alte Rechnungen beglichen und das so nett und oberflächlich begonnene Abendessen endet mit einem zusammengebrochenen Wohnzimmertisch.

Wenngleich jede der Figuren während des Stücks eine Entwicklung durchläuft, so bleibt dem Zuseher vor allem die Emanzipation der „immer netten und sich nie beschwerenden“ Elisabeth (großartig gespielt von der Scheibbser Ärztin Simone Klein) im Gedächtnis.

Würdiges Pendant zum Theaterherbst

Regie-„Altmeister“ Josef Kammerer sowie das hohe Niveau aller Schauspieler lassen das Publikum zwischendurch immer wieder vergessen, dass es sich beim Schauspiel Scheibbs eigentlich um Laiendarsteller handelt.

Der erste – und sicherlich nicht letzte – Theaterfrühling stellt ein würdiges Pendant zum altbewährten Theaterherbst dar.