Erstellt am 06. Juni 2016, 13:53

von Christian Eplinger

Emotionale Asyldebatte im Purgstaller Pfarrheim. Offen für alle stand in großen Lettern über den Köpfen der zahlreichen Besucher des Informationsabends zum geplanten Asylquartier in Feichsen am Dienstagabend.

 |  NOEN, Eplinger
Die Marktgemeinde Purgstall hatte dazu eingeladen, um zu informieren und diskutieren. Drei Stunden lang wurde von Seiten des Landes und des Betreibers versucht, Ängste und Sorgen der Bevölkerung abzubauen. Ganz gelang dies aber nicht.


 
„18 Asylwerber sind für Feichsen zu viele“, war der Grundtenor, dem sich auch Bürgermeister Christoph Trampler anschloss. „Mir sind als Bürgermeister aber die Hände gebunden“, betonte der Purgstaller Ortschef.
 
Ob es überhaupt 18 Asylwerber werden und wann diese kommen werden, steht ohnehin noch nicht fest. „Die letzten Gutachten und Überprüfungen des Quartiers hinsichtlich Wasserversorgung und Kanalentsorgung laufen noch. Derzeit gibt es noch keinen fixen Vertrag mit dem Land“, erklärte Doris Schulz von der Koordinierungsstelle des Landes.

 



Barbara Oueslati, Geschäftsführerin des Vereins „Pax und Spes“, der in Feichsen das Asyl-Quartier betreiben will, ist aber optimistisch und zuversichtlich.

„Auch wenn der Start denkbar schlecht gelaufen ist, wir werden uns sehr um ein gedeihliches Zusammenleben in Feichsen bemühen. Die Asylwerber werden von uns mehr betreut als gesetzlich vorgeschrieben ist. Wir machen das nicht mit Gewinnabsicht sondern aus tiefster Überzeugung. Geben sie uns die Chance, Ihnen das zu beweisen und suchen Sie den Kontakt mit uns und den Asylwerbern, sobald welche da sind. Wir laden Sie dazu ein. Im Sinne eines guten Miteinanders“, betonte Oueslati.


Leserbriefe

Falsch verstandene Willkommenskultur

(von Hans Siebenhandl, Feichsen)

Flüchtlinge in der Marktgemeinde Purgstall, Feichsen, das ist ein Thema, das die Einwohner im Ort sehr bewegt. Diese armen Leute, die hierher verfrachtet werden, können nichts dafür, dass sie in Feichsen landen. Viele Einwohner im Ort sind sehr sozial eingestellt und hilfsbereit. Jedoch die Art und Weise der Information und das Drüberfahren über den Köpfen der Köpfen der Feichsner ist kaltblütig. Vor allem, dass so viele, 18 nur männliche Flüchtlinge, und vorwiegend aus Afghanistan, im engsten Raum im kleinen Ort untergebracht werden, das ist nicht verkraftbar und für die Bewohner und die Flüchtlinge nicht zumutbar.

In engsten Räumen eingepfercht und das tägliche Warten und Herumsitzen, das wird zu Spannungen bei den Flüchtlingen und zu Ängsten in der Bevölkerung führen. Nur vom Schönreden und „Schauen wir einmal“ ändert sich an der Situation nichts. Die Feichsner fühlen sich im Stich gelassen, auch wertvolle Ideen werden nicht einmal annähernd angenommen. So wird ersucht, ein Containerdorf zu errichten, wo alles überschaubar und kontrollierbar ist und nicht überall, wo gerade Häuser leer stehen und angebeten werden, Flüchtlinge in den Ortsteilen unterzubringen.

Heute Feichsen, morgen Sölling, Schauboden und so weiter, bis die Quote erfüllt ist. Die Feichsner ersuchen, diese Anzahl auf acht bis zehn Leute zu beschränken, das ist für unsere kleine Ortschaft auch zumutbar, und Familien oder Kinder zuzuteilen, aber offensichtlich wird man auch hier überfahren, oder es rechnet sich finanziell nicht. Wie wird das Leben für die Flüchtlinge sein? Sollten diese oder nur ein Teil davon einen Aufenthaltsstatus bekommen, so erhalten sie nur mehr eine kurze Zeit finanzielle Unterstützung. Dann müssen die Flüchtlinge auch eine Arbeit suchen und finden – in Österreich gibt es derzeit 500.000 Arbeitslose! Welcher Zukunft gehen wir hier entgegen?

Es ist nicht fair, diesen Menschen falsche Hoffnungen zu geben, wovon sollen sie dann leben? Das ist in meinen Augen eine falsche Willkommenskultur. Wenn die EU und der österreichische Staat die Geldmittel in die Hand nehmen und diesen Menschen vor Ort helfen würden, würden alle glücklicher sein, die Familien in den Ländern und die vielen Einwohner in den betroffenen Dörfern in Österreich. Vielleicht gibt es auch andere Interessen. Eine moderne Unterwanderung des Glaubens und vielleicht des Arbeitsmarktes könnten der Fall sein. Aber die Verantwortungsträger in der Bundesregierung spielen mit den Ängsten der Bevölkerung, das kann und wird nicht gut gehen.

Österreich ist bei der EU und wo sind die anderen Ländern, was machen diese und wie viele Flüchtlinge nehmen sie auf? Wo bleibt hier der EU-Gemeinschaftsgedanke? Wie viele werden noch kommen, weil sie Hoffnung in der EU schöpfen, dann keine Arbeit finden und abgeschoben werden – ist das menschenwürdig? Unsere Politiker werden von unserem Volk gewählt und sollten sich auch für die Menschen einsetzen, oder? Der Herr Bürgermeister hat hier fast keine Möglichkeit, direkt einzugreifen, da das Durchgriffsrecht des Bundes zu tragen kommt, aber wo bleibt die andere Ebene?

Ich habe hier den Eindruck, die schauen in dieser Frage weg und lassen uns im Stich! Hier könnten sie sich aktiv einbringen und mit Vorschlägen mitwirken, unterstützen und vermitteln. Wir in Feichsen werden ein „Auffanglager“ auf unbestimmte Zeit, das sehen wir nicht ein. Welchen Freiraum haben diese vielen armen Flüchtlinge auf einem Grundstück von 600m² in Feichsen? Wir werden uns da wohl anpassen müssen.

Ja, wir und nicht die anderen – auf Dauer! Grundrechte, auch Frauen gegenüber, Mentalität, Glauben, Erziehung, Mülltrennung, Sauberkeit, Volkskultur – ja, das alles werden wir erdulden müssen, um des Friedens willen. Die Harmonie, das freundschaftliche Klima und das schöne Dorfleben mit vielen jungen Familien, die Dorfgemeinschaft, wird dann wohl auch anders sein. All jene, die uns hier gute Ratschläge geben, wie wir das in unserem Dorf meistern sollen, ersuche ich höflich, dass sie einmal persönlich den Mut beweisen sollen und einen oder mehrere Flüchtlinge privat aufnehmen.

Vielleicht brauchen wir dann diese menschenunwürdigen Massenunterkünfte nicht mehr. Abgesehen davon möchte ich mich persönlich beim Hauseigentümer bedanken, dass er das seinen Nachbarn und Einwohnern in seinem Heimatdorf antut und nicht eine andere, zumutbare Lösung angestrebt hat. Dieses Haus hätte man auch anderwärtig vermieten können. Die stille Mehrheit der Menschen schweigt zu diesem Thema, sie haben Angst, leider werden sie sich dann bei den zukünftigen Wahlen Luft machen. Wollen wir das? Mit Ängsten spielt man nicht, weder mit den eigenen Landsleuten, noch mit den Flüchtlingen. Viel Glück für alle!
Falsch verstandene Willkommenskultur

Flüchtlinge in der Marktgemeinde Purgstall, Feichsen, das ist ein Thema, das die Einwohner im Ort sehr bewegt. Diese armen Leute, die hierher verfrachtet werden, können nichts dafür, dass sie in Feichsen landen. Viele Einwohner im Ort sind sehr sozial eingestellt und hilfsbereit. Jedoch die Art und Weise der Information und das Drüberfahren über den Köpfen der Köpfen der Feichsner ist kaltblütig. Vor allem, dass so viele, 18 nur männliche Flüchtlinge, und vorwiegend aus Afghanistan, im engsten Raum im kleinen Ort untergebracht werden, das ist nicht verkraftbar und für die Bewohner und die Flüchtlinge nicht zumutbar.

In engsten Räumen eingepfercht und das tägliche Warten und Herumsitzen, das wird zu Spannungen bei den Flüchtlingen und zu Ängsten in der Bevölkerung führen. Nur vom Schönreden und „Schauen wir einmal“ ändert sich an der Situation nichts. Die Feichsner fühlen sich im Stich gelassen, auch wertvolle Ideen werden nicht einmal annähernd angenommen. So wird ersucht, ein Containerdorf zu errichten, wo alles überschaubar und kontrollierbar ist und nicht überall, wo gerade Häuser leer stehen und angebeten werden, Flüchtlinge in den Ortsteilen unterzubringen.

Heute Feichsen, morgen Sölling, Schauboden und so weiter, bis die Quote erfüllt ist. Die Feichsner ersuchen, diese Anzahl auf acht bis zehn Leute zu beschränken, das ist für unsere kleine Ortschaft auch zumutbar, und Familien oder Kinder zuzuteilen, aber offensichtlich wird man auch hier überfahren, oder es rechnet sich finanziell nicht. Wie wird das Leben für die Flüchtlinge sein? Sollten diese oder nur ein Teil davon einen Aufenthaltsstatus bekommen, so erhalten sie nur mehr eine kurze Zeit finanzielle Unterstützung. Dann müssen die Flüchtlinge auch eine Arbeit suchen und finden – in Österreich gibt es derzeit 500.000 Arbeitslose! Welcher Zukunft gehen wir hier entgegen?

Es ist nicht fair, diesen Menschen falsche Hoffnungen zu geben, wovon sollen sie dann leben? Das ist in meinen Augen eine falsche Willkommenskultur. Wenn die EU und der österreichische Staat die Geldmittel in die Hand nehmen und diesen Menschen vor Ort helfen würden, würden alle glücklicher sein, die Familien in den Ländern und die vielen Einwohner in den betroffenen Dörfern in Österreich. Vielleicht gibt es auch andere Interessen. Eine moderne Unterwanderung des Glaubens und vielleicht des Arbeitsmarktes könnten der Fall sein. Aber die Verantwortungsträger in der Bundesregierung spielen mit den Ängsten der Bevölkerung, das kann und wird nicht gut gehen. Österreich ist bei der EU und wo sind die anderen Ländern, was machen diese und wie viele Flüchtlinge nehmen sie auf?

Wo bleibt hier der EU-Gemeinschaftsgedanke? Wie viele werden noch kommen, weil sie Hoffnung in der EU schöpfen, dann keine Arbeit finden und abgeschoben werden – ist das menschenwürdig? Unsere Politiker werden von unserem Volk gewählt und sollten sich auch für die Menschen einsetzen, oder? Der Herr Bürgermeister hat hier fast keine Möglichkeit, direkt einzugreifen, da das Durchgriffsrecht des Bundes zu tragen kommt, aber wo bleibt die andere Ebene? Ich habe hier den Eindruck, die schauen in dieser Frage weg und lassen uns im Stich! Hier könnten sie sich aktiv einbringen und mit Vorschlägen mitwirken, unterstützen und vermitteln. Wir in Feichsen werden ein „Auffanglager“ auf unbestimmte Zeit, das sehen wir nicht ein.

Welchen Freiraum haben diese vielen armen Flüchtlinge auf einem Grundstück von 600m² in Feichsen? Wir werden uns da wohl anpassen müssen. Ja, wir und nicht die anderen – auf Dauer! Grundrechte, auch Frauen gegenüber, Mentalität, Glauben, Erziehung, Mülltrennung, Sauberkeit, Volkskultur – ja, das alles werden wir erdulden müssen, um des Friedens willen. Die Harmonie, das freundschaftliche Klima und das schöne Dorfleben mit vielen jungen Familien, die Dorfgemeinschaft, wird dann wohl auch anders sein. All jene, die uns hier gute Ratschläge geben, wie wir das in unserem Dorf meistern sollen, ersuche ich höflich, dass sie einmal persönlich den Mut beweisen sollen und einen oder mehrere Flüchtlinge privat aufnehmen.

Vielleicht brauchen wir dann diese menschenunwürdigen Massenunterkünfte nicht mehr. Abgesehen davon möchte ich mich persönlich beim Hauseigentümer bedanken, dass er das seinen Nachbarn und Einwohnern in seinem Heimatdorf antut und nicht eine andere, zumutbare Lösung angestrebt hat. Dieses Haus hätte man auch anderwärtig vermieten können. Die stille Mehrheit der Menschen schweigt zu diesem Thema, sie haben Angst, leider werden sie sich dann bei den zukünftigen Wahlen Luft machen. Wollen wir das? Mit Ängsten spielt man nicht, weder mit den eigenen Landsleuten, noch mit den Flüchtlingen. Viel Glück für alle!
Hans Siebenhandl, Feichsen
 

Kein Vertrauen zu Pax und Spes

(Guenther A. Teufl, Purgstall/Feichsen)

Die Purgstaller haben Jahrzehnte lange Tradition in erfolgreich praktizierter Hilfestellung für in Not befindliche Menschen.Fakt ist, wir haben eine Herausforderung durch die angekündigten männlichen Flüchtlinge, die bei rund 20 Personen etwa zehn Prozent, gemessen an der Dorfkernbevölkerung ausmachen.
Fakt ist, dass die Betreiberin viele der Mindestanforderungen für Asylwerber im Fohringer-Haus nicht erfüllen kann. Und sie verspricht intensivierte Dorfsicherung durch die Beamten der lokalen Polizeidienststelle.
Fakt ist aber auch, dass die Betreiberin Frau Oueslati die Ursache eines eskalierenden Problems ist:

Warum kommt die Absicht ihres mit vielen Fragezeichen versehenen Vereines „PAX & SPES“ („FRIEDE UND HOFFNUNG“) erst jetzt an die Bevölkerung und an den gesamten Gemeinderat, obwohl es seit Februar 2016 Thema in Teilen der Gemeinde Purgstall ist?Mit wem hat sie da gesprochen? Der Bürgermeister weiß erst seit Kurzem von den Plänen hat er zu Beginn der Infoveranstaltung niedergeschlagen und entschuldigend erzählt.

Warum spricht man zuerst von traumatisierten Kindern, um dann jetzt ausschließlich junge Männer betreuen zu wollen? Warum macht sie so viele Geheimnisse aus ihrer Zwei-Personen-Struktur im Verein „PAX & SPES“?
Warum finden sich keine Informationen wie von ihr informiert im Internet?
Warum verheimlicht sie ihre angeblichen weiteren Betreuungsstätten?
Wo sind die vielen Mitarbeiter?

Wie will der Verein haften ohne Versicherung und Vermögen?
Nur wer was zu verheimlichen hat, informiert nicht. Wer stolz ist auf seine Leistungen, vor allem auf seine karitativen Leistungen, informiert umfassend.

Und Fakt ist deshalb auch, dass vor allem potenzielle Asylwerber unter dieser von Frau Oueslati verursachten Polarisierung leiden. Die Betreiberin unterschätzt die bestehende Marktgemeinschaft in Purgstall. Die Menschen hier im Mostviertel haben ein sehr gutes Gefühl für wichtigen Zusammenhalt. Die Einwohner hier haben ein sehr gutes Einschätzungsvermögen, was wirklich rechtens ist.

Und es ist kein Verlustgeschäft – das belegen Berechnungen von prüfenden InstitutionenI mmerhin fließen pro Jahr 125.000 Euro staatlicher Gelder direkt an den Betreiber (bei 19 Euro pro Tag und 18 Asylwerbern). Dann kommen noch zusätzliche Gelder und Leistungen aus dem 10 Punkte umfassenden Grundleistungen pro Flüchtling. Dem entgegen argumentiert Barbara Oueslati, dass sie alles nur mit Sach- und Geldspenden aus der Bevölkerung durchführen kann. Sie macht das nur, weil sie helfen möchte. „PAX UND SPES“ ist ein Non-Profit-Unternehmen, merkt sie an. So wurde der Unmut und das Misstrauen bei den Zuhörern noch größer.
Wir verstehen schon, dass Leistung und Gewinn legitim ist. Die staatlichen Gelder, die an die Betreiber und deren Bewohner fließen, bezahlen wir alle mit unseren Steuergeldern. Das wissen wir auch.

Bürgermeister Christoph Trampler muss verantwortungsvoll und wiederkehrend prüfen, dass alle Regeln, Gesetze, Verordnungen, Sicherheitsbedürfnisse, Haftungen etc. von „PAX & SPES“ im Sinne aller betroffenen Menschen eingehalten werden. Der Bürgermeister ist gut beraten darauf zu achten, dass der gelebte ländliche Frieden in Purgstall gewahrt bleibt. Wenn nicht, dann begrüße ich den von der Betreiberin Frau Oueslati angesprochenen Plan „B“, dass sie sofort bei jeder Anwaltskanzlei in der Wiener Innenstadt einen entsprechend dotierten Job hat. Dort kommt ihr praktizierter Infostil im Sinne einer schlechten „Vorstadtweiber Kopie“ als Rechtsanwältin möglicherweise auch besser an.

Integration und Asylwerberprozess braucht offene, seriöse und respektvolle Anwendung der gegebenen Regeln und Voraussetzungen für alle Betroffenen. Die Purgstaller vertrauen jedenfalls auf die bewährte Arbeit von CARITAS, DIAKONIE, SOS-Kinderdorf, VOLKSHILFE, KIRCHE, FREIWILLIGER FEUERWEHR, ROTES KREUZ, LIONS, LANDJUGEND, die Purgstaller Vereine und den so zahlreichen hilfsbereiten Einwohnern hier im schönen PURGSTALL. Und wir freuen uns auf kontrollierten Zuzug anpassungsbereiter FAMILIEN, die wir aus dem Kriegstrauma in unser schönes Land begleiten dürfen. Für „FRIEDEN und HOFFNUNG“ brauchen wir keinen zweifelhaften Verein.