Erstellt am 02. November 2015, 11:00

von Raimund Holzer

Fischotter und Biber: Segen oder Fluch?. Der NÖ Landtag hat den ganzjährigen Schutz von Fischotter und Biber teilweise aufgehoben. Die Reaktionen sind geteilt.

Der Fischotter. Für die einen ein seltenes, schützenswertes Wildtier, für andere ein gefräßiger Räuber, dessen Population eingeschränkt werden soll. Mehr als der Biber sorgt der Otter hierzulande für Diskussionen.  |  NOEN, shutterstock

Engelbert Eßletzbichler ist die Erleichterung über die Gesetzesnovelle anzumerken: „Die Fischotter-Bestände nehmen einfach überhand, die Schäden für uns Fischzüchter wachsen ständig“, klagt der Obmann des Vereins „Genuss Region Ybbstal Forelle“.

Eine ungefähre Zahl bezüglich der Population des Marders, der sich im Lauf der Evolution an das Leben im Wasser angepasst hat, wagt Eßletzbichler nicht zu nennen: „Der Fischotter legt auf der Suche nach Nahrung weite Wanderungen zurück, darum ist er schwer zu beobachten. Er ist einmal ein, zwei Tage in der Gegend, dann wieder drei Wochen nicht. Aber wenn er bei uns durchzieht, richtet er enormen Schaden an und kann Teiche oder kleine Flußläufe fast leer fressen.“

Otter muss als Sündenbock herhalten 

Andere Sorgen hat Christian Pichler: „Obwohl die in Österreich noch immer gefährdete und europaweit geschützte Art Fischotter nicht Schuld am Rückgang unserer Fischbestände ist, soll der Otter als Sündenbock herhalten und lokal bekämpft werden“, schreibt der Sprecher des World Wide Found for Nature (WWF) und regt an, die ökologischen Zustände der heimischen Flüsse zu verbessern. Kraftwerke, Regulierungen und überhöhte Schadstoffeinträge würden den Gewässern nach wie vor stark zusetzen. Ähnlich argumentiert auch der Naturschutzbund, dessen Wappentier der Fischotter ist.

Jägerschaft sieht Sache sehr gelassen

Für die Jägerschaft seien Fischotter und Biber dagegen grundsätzlich kaum ein Problem. „Beide Arten sind keine Feinde von jagdbaren Tieren, so wie etwa der Fuchs“, sieht Ferdinand Schuster keine Auswirkungen auf die Jägerschaft. „Sowohl Otter als auch Biber richten in unserem Bereich deshalb keinen Schaden an – aber ich verstehe natürlich, dass das für Teichwirte oder Waldbesitzer oft anders aussieht“, so der Bezirksjägermeister.

Die Fischzüchter wären dagegen über eine Reduzierung der Otter-Bestände um einzelne Tiere sehr froh, „sonst besteht die Gefahr, dass noch mehr Kollegen die Zucht aufgeben“, fürchtet Engelbert Eßletzbichler.

In einer Universum-Folge über den Ötscher, vor kurzem im ORF gezeigt, wurde die Wiederansiedlung des Fischotters positiv hervorgehoben.

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