Erstellt am 07. Oktober 2015, 12:35

von Christian Eplinger

Kleine Gruppe, große Freude. Sehr flexibel zeigten sich die Mitarbeiter von Rotem Kreuz, Caritas und Bundesheer in der vergangenen Nacht. Denn als keiner mehr mit einem Flüchtlingsbus für das Transitlager Wieselburg gerechnet hatte, war dieser schon in St. Pölten unterwegs.

 |  NOEN, Karin Maria Heigl
„Heute kommen wahrscheinlich keine Flüchtlinge mehr nach Wieselburg“, hieß es noch am Dienstagnachmittag.

Für die Mitarbeiter von Rotem Kreuz, Caritas und dem Bundesheer sowie die Freiwilligen vom Team Österreich schien es so, als gäbe es einen Tag zum Durchschnaufen. Doch um 21 Uhr kam dann das überraschende Telefonat von der Landeszentrale.



Es wären doch zwei Busse Richtung Wieselburg unterwegs und die sind schon vor St. Pölten. „Zum Glück sind alle so flexibel und rasch einsatzbereit“, schildert Lukas Hürner vom Roten Kreuz Scheibbs.

Denn Bezirkskommandant Franz Aspalter trommelte innerhalb kürzester Zeit eine Mannschaft zusammen und informierte Caritas und Bundesheer.

Haubis sponsert Brot und Gebäck

Auch diese waren sofort einsatzbereit. „Wir sind kaum im Lager eingetroffen, da waren auch die Busse schon da. Wir starteten sofort die Feldküche und kochten auf. Für die ankommenden Flüchtlinge kein Problem. Sie warteten geduldig und freuten sich einfach über das warme Essen“, schildert Johann Furtlehner von der Stabskompanie der Melker Pioniere, die die Feldküche im Transitlager inne hat.

Sehr gut klappt hier auch die Zusammenarbeit mit der Bäckerei Haubis, die hier extrem flexibel ist und noch dazu das gesamte Brot und Gebäck bislang alles kostenlos zur Verfügung gestellt hat.

108 Flüchtlinge in dieser Nacht

Sehr entgegengekommen ist allen Beteiligten, dass es nur 108 Flüchtlinge waren, die die Nacht von Dienstag auf Mittwoch in Wieselburg verbrachten. „Durch die kleinere Gruppe war die Lage doch viel entspannter als am Vortag, wo wir 380 Flüchtlinge versorgten. Das war schon an der oberen Grenze für uns alle, obwohl es auch das sehr gesittet und reibungslos abgelaufen ist“, weiß Furtlehner.
 
Erstmals wurden die Flüchtlinge am Mittwoch auch nicht gleich am Vormittag abgeholt, sondern werden erst am frühen Nachmittag mit Bussen Richtung Deutschland weitertransportiert.

„Das sorgte bei manchen durchaus für etwas Verunsicherung, aber durch die relativ kleine Gruppen hatten wir genug Zeit, um Gespräche zu führen und den Menschen zu vermitteln, wie es weitergeht. Sie sind einfach nur sehr dankbar, weil sie auf ihrer Flucht zum Teil schon sehr viel durchgemacht haben. Das Quartier in Wieselburg ist für viele eine der ersten Stationen, wo sie warmes Essen bekommen und sich waschen oder duschen können“, schildert Walter Reiterlehner von der Caritas.

Sachspendenlager übersiedelt – Hygieneartikel in kleinen Verpackungen benötigt

Übrigens: Das Sachspendenlager der Caritas in Wieselburg ist am Dienstag endgültig von der AWÖ in die Bundesanstalt für Landtechnik (Zugang über Dürnbacherstraße) übersiedelt und hat täglich von 8 bis 14 Uhr geöffnet.

Alle Infos, was aktuell genau benötigt wird, findet man über die Caritas-Facebook-Seite ( https://www.facebook.com/CaritasStPoelten ) oder die Caritas-Homepage ( https://www.caritas-stpoelten.at/aktuell/aktuelle-spendenaufrufe/fluechtlinge ).

Wer Zeit spenden will: Caritas Hotline: 0676 83 844 334 (SMS oder Whats App mit Name, Adresse und möglichen Einsatzzeiten schicken) oder Rot Kreuz Hotline: 059 144 68 088 (14 bis 16 Uhr).