Erstellt am 13. Oktober 2015, 05:02

von Christian Eplinger

Ungewissheit war größtes Problem. Am vergangenen Samstag hatten die Helfer nur wenig Zeit zum Durchschnaufen.

Grundwehrdiener aus der Ostarrichikaserne unterstützen das Rote Kreuz im Transitlager in Wieselburg. Innerhalb weniger Stunden gilt es oft 370 Feldbetten neu zu überziehen und mit Einwegdecken auszustatten. Da bleibt kaum Zeit zum Verschnaufen.  |  NOEN, Jägerbataillon 12

314 Flüchtlinge waren am Freitagabend nach Wieselburg gekommen. Als sich am Samstag dann die Kunde verbreitete, dass es ungewiss wäre, ob die Flüchtlinge noch am selben Tag abgeholt werden würden oder eine zweite Nacht in Wieselburg verbringen müssten, sorgte diese Ungewissheit für etwas Unruhe. Manche Flüchtlinge versuchten, auf eigene Faust weiterzureisen.

„Sie können sich frei bewegen, wir halten niemanden auf. Nur bei uns klappt die Zusammenarbeit auch mit der Polizei sehr gut. Diese hat auch schon ein paar, die dann doch nicht weiter wussten, zu uns zurückgebracht“, schildert Josef Gnadenberger, der am Wochenende die Leitung seitens des Roten Kreuzes innehatte.

Keine Zeit zum Durchschnaufen

„Wir konnten die Leute aber schließlich beruhigen, weil es ihnen bei uns gut geht und am späteren Nachmittag klar wurde, dass es am Samstagabend doch weitergehen werde. Das Bundesheer hat dann noch für eine zweite warme Mahlzeit gesorgt, ehe die Leute mit Bussen zum Bahnhof Pöchlarn gebracht wurden, von wo es mit dem Zug in Richtung Salzburg weiterging“, schildert Gnadenberger.

Für die Einsatzkräfte und Freiwilligen bedeutet dies aber eine enorme Belastung. Denn die Zeit zum Saubermachen und Durchschnaufen war rar. Um 1.45 Uhr nachts kamen nämlich erneut sechs Busse mit insgesamt 353 Flüchtlingen, die versorgt werden mussten. Für die ging es dann am Sonntag um 9 Uhr früh schon wieder weiter.


Chronologie

Seit Montag der Vorwoche – der zweiten Woche des Transitlagers Wieselburg – wurden von Roten Kreuz, Bundesheer, Caritas und Team Österreich jede Nacht Flüchtlinge im Transitlager in Wieselburg versorgt – insgesamt 2.059 Flüchtlinge in den vergangenen sieben Tagen. Mit jenen 970 aus der Vorwoche haben damit 3.029 Flüchtlinge jeweils eine Nacht am Messegelände in Wieselburg verbracht. Dabei kamen die Flüchtlingsbusse zwei Mal in dieser Woche erst nach Mitternacht – zuletzt war dies in der Nacht von Samstag auf Sonntag der Fall.

Die Bilanz in Zahlen:
m Montag, 5. Oktober: 340
m Dienstag, 6. Oktober: 108
m Mittwoch, 7. Oktober: 317
m Donnerstag, 8. Oktober: 317
m Freitag, 9. Oktober: 314
m Samstag, 10. Oktober: 353
m Sonntag, 11. Oktober: 310