Erstellt am 29. Januar 2016, 10:17

von Miriam Seidl

Gemeinde Gaming will kein Flüchtlingsheim. Das Gasthaus Hübner soll unter neuem Besitzer einem neuen "ungewissen" Verwendungszweck zugeführt werden. Gemeinde erteilt Asylheim eine klare Absage.

Das Gasthaus Hübner in Kienberg beherbergte schon vieles, nun ist es im Besitz des Amstettner Immobilientreuhänders Marko Möstl. Wofür die Liegenschaft in Zukunft verwendet wird, bleibt nach einem ersten Gespräch mit der Bürgermeisterin noch offen.  |  NOEN, Foto: Miriam Seidl

Seit Dezember ist das leer stehende Gasthaus Hübner gegenüber dem Bahnhof in Kienberg wieder Anlass für Spekulationen. Umbauarbeiten, die der Neubesitzer durchführen ließ, kurbelten die Fantasie der Gemeindebürger an: Von einem geplanten Flüchtlingsheim über Gastronomie bis zu einem Laufhaus gehen die Gerüchte.

Am vergangenen Dienstag kam es nun zu einem Gespräch über die weitere Verwendung der Liegenschaft zwischen Bürgermeisterin Renate Gruber und dem Besitzer, dem Amstettner Immobilientreuhänder Marko Möstl. Bislang ohne konkrete Lösung, die Gemeinde positioniert sich allerdings klar gegen ein etwaig geplantes Flüchtlingsheim in Kienberg.

"Da steige ich auf die Barrikaden“

„Keine Chance, da steige ich auf die Barrikaden“, betont Bürgermeisterin Renate Gruber auch im Gespräch mit der NÖN. Ein Flüchtlingsheim sei, wie es in der Vergangenheit schon des Öfteren diskutiert wurde, von der Bevölkerung ausdrücklich nicht erwünscht.

Dabei ginge es natürlich auch um das Einhalten des Wahlversprechens, das besagte, dass in der Gemeinde Gaming keine Massenunterkunft für Flüchtlinge bereitgestellt werden würde. Durch die Größe wären Probleme vorprogrammiert, wie auch die Nutzung des Gebäudes als Asylheim während des Jugoslawienkriegs gezeigt hatte, die mit schlechten Erfahrungen verbunden war.

Zuletzt beherbergte das nun schon seit längerer Zeit leer stehende Gebäude für kurze Zeit ein Fischrestaurant, davor unter anderem auch einmal eine Kegelbahn.

Ursprünglich wurde das Gasthaus gebaut, um seinerzeit den Reisenden auf dem Weg aus dem südlichen Teil des Bezirks nach Scheibbs eine Einkehr- beziehungsweise auch Übernachtungsmöglichkeit zu bieten. Damals brauchte man über den Grubberg nämlich noch erheblich länger als heute.