Erstellt am 28. Juni 2016, 04:50

von Christian Eplinger

Wärme, die in Wäldern nachwächst. Fernwärmegenossenschaft Göstling feierte 25-jähriges Jubiläum und die offizielle Eröffnung ihres neuen Biomasseheizwerkes.

Vor einem Jahr bangte man in Göstling noch um die Zukunft der Fernwärmegenossenschaft. Nach dem Großbrand im Biomasseheizwerk am 11. Jänner 2015 war der Fortbestand der Genossenschaft schwer gefährdet.

Denn die Versicherung wollte lange Zeit nicht zahlen. Erst ein Gegengutachten und ein langwieriges Verfahren, bei dem die Genossenschaft von Versicherungsmakler Werner Gally bestens unterstützt wurde, brachte die Wende. Mitte August fiel schließlich die erlösende Entscheidung. Die Versicherung zahlte und die Genossenschaft begann mit der Planung des neuen Fernwärmeheizwerkes.

„Die Errichtung des neuen Heizwerkes in nur sechswöchiger Bauzeit war eine Meisterleistung, die wir gemeinsam mit dem Planungsbüro Ringhofer, den bauausführenden Firmen und der guten Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der Bezirkshauptmannschaft zuwege brachten“, freute sich Fernwärmegenossenschafts-Obmann Josef Schrefel am Samstag bei der offiziellen Eröffnung und Einweihung des neuen Biomasseheizwerkes, das seit 15. Dezember 2015 wieder Wärme für die 85 Abnehmer in Göstling, darunter die Gemeinde mit allen Schulen und dem Solebad, liefert.

400.000 Euro Wertschöpfung

Welche Wertschöpfung damit in der Region erhalten bleibt, zeigt alleine der Ölverbrauch während des elfmonatigem Notbetriebes: 567.000 Liter Heizöl wurden in diesen elf Monaten verbraucht. „Das sind an die 400.000 Euro Wertschöpfung, die an irgendwelche arabischen Scheichs gehen und nicht in der Region blieben“, berichtete Schrefel.

Die Wichtigkeit der regionalen Wertschöpfung betonten auch die Festredner, allen voran Biomasseverbandspräsident Josef Plank: „Das Bekenntnis zur erneuerbaren Energie bedarf manchmal Hartnäckigkeit. Aber Biomasse-Heizwerke sind eine wichtige Infrastruktur. Sie produzieren Wärme, die in unseren Wäldern nachwächst“, sagte Plank.

In Göstling übrigens mittlerweile genau seit 25 Jahren. 1991 ging der erste Biomasse-Heizkessel in Betrieb. Heute werden in den beiden neuen Heizkesseln rund 9.000 Schüttraummeter Hackschnitzel verheizt.

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