Erstellt am 22. Juni 2016, 05:00

von Karin Katona

Weniger Habichtskauz-Nachwuchs 2016. Sieben Habichtskauz-Paare haben im heurigen Jahr im Wildnisgebiet eine Brut begonnen. Wegen Futtermangels für den Nachwuchs schafften es aber nur vier Jungkäuze.

Nur vier Jungkäuze haben es heuer im Wildnisgebiet Dürrenstein bis zum Ausfliegen geschafft. www.habichtskauz.at  |  NOEN, © Josef Stefan

Keine Bucheckern, keine Mäuse – das heißt für die heurige Habichtskauz-Brutsaison auch: weniger Jungkäuze. Dabei konnte das Habichtskauz-Wiederansiedelungsprojekt heuer einen Rekord verzeichnen:

14 Habichtskauzpaare in Niederösterreich

Erstmals haben 14 Habichtskauzpaare in Niederösterreich gebrütet, je sieben davon im Biosphärenpark Wienerwald und im Wildnisgebiet Dürrenstein. Aus Futtermangel mussten einige Pärchen jedoch die Brut abbrechen, nur sechs Brutpaare konnten erfolgreich Nachwuchs aufziehen.

Futtermangel als großes Problem 

Im Wildnisgebiet Dürrenstein haben es heuer nur vier Jungkäuze bis zum Ausfliegen geschafft. Wildnisgebiet-Geschäftsführer Christoph Leditznig erklärt: „Wenn das Habichtskauz-Weibchen brütet, muss es vom Männchen mit Futter versorgt werden. Wenn das Männchen das nicht schafft, muss das Paar die Brut aufgeben.“ Einige Brutpaare seien, schildert Leditznig, bereits in diesem Anfangsstadium gescheitert, andere Elternpaare konnten die bereits geschlüpften Jungvögel aufgrund des Futtermangels nicht großziehen.

Führungen im Juli und August

Sorgen muss man sich um den Habichtskauz-Nachwuchs aber nicht machen. „Sobald das Futterangebot wieder passt, dürften deutlich mehr Paare in Brutlaune kommen“, blickt Richard Zink vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie an der VetMedUni Wien optimistisch in die Zukunft. Auch die Brutpaare, die bei Züchtern in Österreich und ganz Europa für Habichtskauz-Nachwuchs sorgen, seien heuer erfolgreich gewesen, berichtet Zink weiter:

„19 von ihnen haben Jungvögel großgezogen – wodurch auch die heurige Freilassungssaison sichergestellt ist.“ Im Wildnisgebiet kommen demnächst zehn bis fünfzehn Jungvögel an, die im Juli freigelassen werden. Für alle, die mehr wissen wollen, gibt es die Führung „Vom Ei in die Wildnis – die Eulen des Wildnisgebiets Dürrenstein“ am 29. Juni, 6. Juli und 3. August. Anmeldung: www.wildnisgebiet.at