Erstellt am 08. April 2016, 05:04

von Elisabeth Leichtfried

Grestner Traditionsbäckerei Latschbacher schließt. Die Bäckerei Latschbacher schließt am 9. April. Bereits 86 Jahre gab es den Grestner Traditionsbetrieb.

Eine Bäcker-Ära geht zu Ende: Marianne und Alfred Latschbacher schließen ihre Bäckerei.  |  NOEN, NÖN
Marianne und Alfred Latschbacher werden am 9. April zum letzten Mal die Pforten der Bäckerei Latschbacher öffnen. Das beliebte Brot, die einzigartigen Semmeln, das schmackhafte Gebäck und die leckeren Mehlspeisen vom „Latschi“ wird es dann nicht mehr geben. Grund dafür ist die Pensionierung des Bäckerehepaares, familiäre Nachfolge gibt es keine.

Die beiden führten den Familienbetrieb in dritter Generation: Im Jahr 1930 wurde er von der Familie Latschbacher gekauft, damals noch als Landwirtschaft und Mühle betrieben. Im Laufe der Zeit wurde daraus die heutige Bäckerei Latschbacher.

Höchstes Augenmerk lag auf Qualität

Beim „Latschi“ hat man immer größten Wert auf gute, heimische Qualität gelegt: So stammte das Mehl aus der Rosenfellner Mühle, die nur österreichisches Getreide verarbeitet, als besondere Spezialität etwa Roggen aus dem Waldviertel. Die Mehlspeisen wurden nach Rezept gebacken, Gebäck-Backmischungen, zum Beispiel für den Kornspitz, waren bio.

„Eine besondere Spezialität stellt auch das Dinkelgebäck dar, zu 100 Prozent aus Bio-Dinkelmehl und speziell für Allergiker und Weizenunverträglichkeit geeignet“, erzählt Marianne Latschbacher, die für den Verkauf verantwortlich war. Sie ist stolz darauf, dass sie in der Bäckerei Latschbacher stets gute Qualität anbieten konnte. Hoch geschätzt haben dies die Kunden, denen ein großes Dankeschön für die jahrelange Treue gilt.

Die Chefleute und ihre drei Mitarbeiter sorgten dafür, dass in der Back- und in der Verkaufsstube gute Zusammenarbeit funktionierte und mit Bedacht sowie Respekt für die Lebensmittel gearbeitet wurde. Auch die beiden Töchter haben im Familienbetrieb gerne mitgearbeitet, genauso wie die Eltern von Bäckermeister Alfred Latschbacher.

„Die Entwicklungen in der Branche sorgen
dafür, dass das Bäckerhandwerk und die
Qualität der Produkte leiden."

Der Firmenchef setzte sich immer für die Qualität seiner Bäckerwaren ein. Am Ende seiner Berufslaufbahn gibt er zu bedenken: „Die Entwicklungen in der Branche sorgen dafür, dass das Bäckerhandwerk und die Qualität der Produkte leiden. Man denke dabei beispielsweise an bestimmte Inhaltsstoffe, die nicht deklarierungspflichtig sind, sowie an die Bäckergroßindustrie und den bürokratischen Aufwand.“

Es ist schade, dass jetzt ein Grestner Traditionsbetrieb zu Ende geht: „Die Reaktionen der Kunden auf die Schließung der Bäckerei zeigen uns, dass wir gut und richtig gearbeitet haben. ein bisschen Wehmut ist bei der Schließung aber auch dabei“, sagen Marianne und Alfred Latschbacher. Sie haben sowohl mit Liebe gebacken, als auch mit Liebe verkauft – und das hat man geschmeckt.