Erstellt am 17. Februar 2016, 05:04

von Karin Katona

Grippewelle rollt an. Derzeit verhältnismäßig wenige Krankmeldungen wegen grippaler Infekte, doch Tendenz ist steigend.

Allgemeinmediziner Dr. Karl Brandstetter aus Purgstall: »Seit Semesterferien täglich mehr Kranke.«  |  NOEN, NÖN

Alle Jahre wieder erfasst uns die Grippewelle. Dieses Jahr war es laut Department für Virologie der medizinischen Universität Wien am 2. Februar so weit.

Doch während sich in der vergangenen Woche die Zahl der Grippefälle niederösterreichweit vervielfacht hat, hält sich die Zahl der Krankenstände im Bezirk noch in Grenzen. NÖGKK Bezirksstellenleiter Martin Gassner erklärt: „Bei momentan 93 gemeldeten Grippe-Krankenständen ist noch keine Rede von einer Grippewelle. Die beginnt bei uns erst bei Werten über 200.

"Von Tag zu Tag mehr Krankschreibungen"

Im Vergleichszeitraum 2015 hatten wir bereits 237 Krankenstände.“ Den Grund für den eklatanten Unterschied vermutet Gassner in den milden Herbst- und Wintertemperaturen: „Ich nehme an, dass wir deshalb später dran sind, aber eine Steigerung wird es sicher noch geben.“ Man müsse jedoch bedenken, dass die NÖGKK-Statistik nur Erwerbstätige erfasse, für die eine Krankmeldung beim Arbeitgeber verpflichtend sei: „Die wirkliche Zahl der Erkrankungen können wir nicht feststellen.“

Doktor Karl Brandstetter, Allgemeinmediziner aus Purgstall, behandelt in seiner Praxis seit den Semesterferien deutlich mehr Grippe-Patienten. „Derzeit werden die Krankschreibungen von Tag zu Tag mehr. Vorrangig handelt es sich natürlich um grippale Infekte, aber es tauchen auch immer mehr Fälle von echter Influenza auf.“ Nur gegen diese hilft übrigens die Grippeimpfung, zum Schutz vor grippalen Infekten hat Brandstetter einen anderen Tipp: „Gesunde Ernährung, Bewegung an der frischen Luft und – ganz wichtig – oft Händewaschen.“


Der beste Schutz ...

Ansteckung vorbeugen:

  • Abstand zu Mitmenschen halten, weniger Händeschütteln

  • gute Hygiene, z.B. oftmaliges gründliches Händewaschen

Abwehrkräfte stärken:

  • gesunde, ausgewogene, vitaminreiche Ernährung das ganze Jahr über

  • täglich Bewegung in frischer Luft, wenn möglich bei gekipptem Fenster schlafen

  • Schleimhäute feucht halten: Räume häufig lüften, Schlafzimmer nicht überheizen, reichlich trinken

Im Krankheitsfall:

  • Krankheitsverlauf beobachten: wird es nach drei bis vier Tagen nicht besser, sondern schlimmer, unbedingt zum Arzt gehen

  • viel Flüssigkeit, gut tun heiße Getränke und Suppen

  • auch Hausmittel, von Halswickeln bis Zwiebelsud, können Erleichterung bringen