Erstellt am 13. Oktober 2015, 06:02

von Christian Eplinger

„Da ist sehr viel nicht ausgegoren“. Die Registrierkassenpflicht und das Bankeneinschaurecht ließen Gemüter hochgehen.

Für Hans Jörg Pointner war die Diskussionsveranstaltung am Dienstagabend in der FH Wieselburg die erste Bewährungsprobe als neuer Geschäftsführer von Ecovis Niederösterreich.  |  NOEN, Christian Eplinger

„Kommt der gläserne geschröpfte Steuerzahler?“ Mit dieser Frage lud die Steuerberatungskanzlei Ecovis am Dienstagabend zu einer Informationsveranstaltung samt Podiumsdiskussion in das Audimax der FH Wieselburg und hatte die Antwort für die rund 200 Besucher bereits parat: „Ja, er kommt“, sind die Ecovis-Geschäftsführer Hans Jörg Pointner und David Gloser überzeugt.

Vor allem die Gegenfinanzierungsmaßnahmen, wie Registrierkassenpflicht oder Bankeneinschaurecht, die den Steuer- und Sozialbetrug bekämpfen sollen, führten zu heftigen Diskussionen und vielen Fragen auch aus dem Publikum.

Fragen, die auch der Diskussionsteilnehmer des Finanzministeriums Karl-Heinz Tscheppe nicht immer beantworten konnte. „Es ist noch vieles offen, da wir in einigen Punkten gegenüber anderen Ländern zehn Jahre Aufholbedarf haben. Wir arbeiten auf Hochdruck, dass wir bis 1. Jänner 2016 alle noch offenen Fragen beseitigt haben. Anfangs ist aber sicher in vielen Bereichen auch das Gespür der Finanzprüfer gefragt“, sagte Tscheppe.

Was hältst du von diesem Thema?


STIMMEN DAZU

„Wir beliefern viele Firmen und Schulen mit Jause in der Pause. Da ist maximal eine Viertelstunde Zeit. Wenn meine Verkäufer jetzt jedes Salzstangerl bonieren müssen, dann brauche ich entweder einen zweiten Verkäufer mit oder ich mache um 30 Prozent weniger Umsatz, weil mir die Zeit abgeht.“
Günther Weinberger, Ybbs

„Die Vorstellungen bezüglich Registrierkassa sind in der Praxis für manche Branchen nicht durchführbar. Man kann nicht alle Betriebe über einen Kamm scheren.“
Heribert Reschinsky, Scheibbs

„Die Registrierkassenpflicht ist für Handelsbetriebe eine gute Sache, für viele, vor allem kleine Gastronomen, Schausteller oder fahrende Verkäufer, ein enormes Handicap.“
Harald Pruckner, Wieselburg