Erstellt am 01. März 2016, 05:04

von Christian Eplinger

Kindergarten-Neubau: Der Auftrag ist vergeben. Die Raiffeisen Leasing GmbH Wien erhielt Zuschlag für Finanzierung und Errichtung des neuen Kindergartens. LUST-Mandatar Zuser übte erneut heftige Kritik.

SPÖ-Gemeinderat Wolfgang Zuser (rechts) hatte seine Bedenken und wollte eine Verschiebung des Beschlusses, die ÖVP unter Bürgermeister Wolfgang Pöhacker und Fraktionschef Johann Watschka (im Hintergrund) blockte aber ab.  |  NOEN, Eplinger

Also doch: Der neue fünfgruppige Kindergarten wird gebaut – mit einem fixen Gesamtkostenvolumen von 2,55 Millionen Euro. Im Sommer 2017 soll das Gebäude bezugsfertig sein. Die fünfte Gruppe wird als Kleinkindergruppe geführt werden. Der Bau kann im Bedarfsfall um eine sechste Gruppe erweitert werden.

Den Zuschlag als Totalunternehmer und Projektfinanzierer erhielt die Raiffeisen Leasing GmbH Wien mit der WRS Energie- und Baumanagement GmbH aus Linz als Subunternehmer. Der Steinakirchner Gemeinderat beschloss den Leasing- und Baurechtsvertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren am Donnerstag mit 14:2 Stimmen. Die beiden anwesenden LUST-Mandatare (Liste Unabhängiges Soziales Steinakirchen) stimmten dagegen. Fünf Gemeinderäte waren entschuldigt.

Dabei hagelte es heftige Kritik von LUST-Vorstandsmitglied Wolfgang Zuser, der mit einer Verschiebung der Beschlussfassung auf die nächste Sitzung aber bei der ÖVP-Mehrheit abblitzte. Und auch der Appell nach seinem einstündigen Frage-Marathon an Franz Wolfbeißer und Hans-Peter Waldenberger blieb fruchtlos.

Der Wirtschaftsberater aus Krems und der Architekt aus Linz hatten im letzten halben Jahr im Auftrag der Gemeinde das Projekt neu ausgeschrieben und das zweistufige Vergabeverfahren geleitet und überprüft.

„Ausführung entsprach einem Rolls Royce“

„Wir haben versucht, das Projekt zum vorgegebenen Fixpreis umzusetzen, ohne die Qualität zu sehr zu mindern. Aber natürlich mussten wir uns in Absprache mit der Kindergartenleitung von einigen Besonderheiten verabschieden. Allerdings die ursprüngliche Ausschreibung hätte einen Rolls Royce gebracht. Der ist wunderbar, nur muss man ihn sich leisten können“, betonte Waldenberger.

„Wir sind von den beiden Herren bestens beraten worden und haben jetzt ein zukunftsweisendes und für unsere Gemeinde auch finanzierbares Projekt vor uns liegen“, freute sich ÖVP-Fraktionssprecher Gemeinderat Johann Watschka. Anders sein LUST-Gegenüber Wolfgang Zuser: „Das ist der Rest eines kaputt gesparten, sehr schönen Grundprojekts.

Wir machen aus der Not eine Tugend“, sagte Zuser, der laut Watschka vor drei Jahren noch mit einem „Kindergarten jetzt“-Leiberl herumgelaufen wäre. „Doch in den letzten Jahren hast du nur mehr dagegen gearbeitet. Warum will ich nicht weiter ausführen“, betonte Watschka.