Erstellt am 15. Dezember 2015, 05:03

von Armin Grasberger

Die kleineren Brötchen. Armin Grasberger über die bisher noble Zurückhaltung am Transfermarkt

In den Sportredaktionen dieses Landes sieht man die fußballfreie Zeit mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits kann man, dank der ruhenden Kugel, etwas den Fuß vom Gaspedal nehmen.

Andererseits wollen Zeitung oder Sendezeit dennoch gefüllt werden. Wenn sich nichts tut, ist das aber schwer. Jetzt könnte man sich Hals über Kopf in die Gerüchteküche stürzen und alles Mögliche bzw. Unmögliche ans Tageslicht zerren. Aber das würde sich mit dem Berufsethos nur schwer vereinbaren lassen.

Oder man macht sich Gedanken darüber, warum es nichts zu berichten gibt. Die Bezirksvereine haben sich im bisherigen Verlauf der Winterpause in nobler Zurückhaltung geübt. Allerorts will man auf die eigene Mannschaft setzen. Das ist einerseits wohl auf begrenzte finanzielle Mittel zurückzuführen. Die Zeiten der mit Geldscheinen wedelnden Dorfkaiser scheinen großteils vorbei zu sein.

Andererseits dokumentiert der Umstand aber auch ein Umdenken. Die Gier nach teuer erkauftem Erfolg ist dem Bewusstsein um die Wichtigkeit eines gesunden Fundaments gewichen. Dass dies nicht immer ohne reinigendes Gewitter vonstattengegangen ist, ist eine andere Geschichte. Der Umstand, dass es nun aber jetzt einmal so ist, wie es ist, ist für sich aber auch bemerkens- und berichtenswert.