Erstellt am 24. November 2015, 05:38

von Christian Eplinger

Die Mühen des Alltags. Christian Eplinger über eine neue Heimat, die Integration nicht immer einfach macht.

Der Sozialstaat ist nicht selbstverständlich. Österreich kein Selbstbedienungsladen. Das Geld, das zur Verfügung gestellt wird, kommt von den Steuerzahlern. Das ist beinharte Aufklärungsarbeit, die die Mitglieder des Vereins „Willkommen – Verein zum Finden einer neuen Heimat“ bei Flüchtlingen oder Asylwerbern durchführen müssen. Denn diese haben meist eine ganz falsche Vorstellung.

Der Verein geht überparteilich und ohne Schönfärberei an seine Aufgabe heran. Sucht den direkten Kontakt, um die Alltagssituationen der Flüchtlinge zu verbessern. Und stößt auch an seine Grenzen. So gibt es in der Region von der öffentlichen Hand keinen einzigen Deutschkurs – der nächste ist in St. Pölten. Der Rest sind Privatkurse. Nicht einfach ohne Auto oder anerkannten Führerschein. Und die 15- bis 18-Jährigen sind auf den Good-Will der Schuldirektoren angewiesen. Denn eigentlich dürfen sie nicht mehr am Unterricht teilnehmen. Integration ist keine Einbahnstraße – ja, stimmt. Nur muss man für Integration alltagstaugliche Rahmenbedingungen schaffen – gerade im ländlichen Raum.