Erstellt am 11. April 2017, 05:00

von Armin Grasberger

Ana hot immer des Bummerl. Armin Grasberger über Wieselburgs Derbysieg in Melk.

Nichts beherrscht der gelernte Österreicher so gut wie das Lamentieren. Und zugegeben: Es ist schon ein wenig therapeutisch. Man fühlt sich nicht ganz so allein in seinem Elend. Horst Chmelar hat diese Geisteshaltung 1970 in Liedform gegossen und ihr ein ewiges Denkmal gesetzt. Wunderschön.

Das Bummerl an sich ist nun aber glücklicherweise ein recht umtriebiger Geselle. Selten verharrt es länger am selben Ort. Sein Verhalten erklären oder gar voraussagen, das kann niemand. Schon gar nicht im Sport. Aber wie heißt es im Fußball so schön: Im Laufe einer Saison gleicht sich alles aus.

Beim SC Wieselburg weiß man das sicher schon länger, wurde aber am vergangenen Wochenende auf die angenehme Art und Weise wieder einmal daran erinnert. Nach der starken, aber unbelohnten Leistung zu Hause gegen Rohrbach entführten die Braustädter, dank des nötigen Quäntchens Fortune, drei Punkte aus Melk.

Diesmal hatten halt die Hausherren das schlechtere Ende für sich. Ärgerlich, sicher. Aber das kommt eben vor. Christian Maurer und sein Team sind sich dessen bewusst, nehmen den Schub für‘s Selbstvertrauen allerdings gerne mit. Und werden weiter akribisch arbeiten. Damit das Bummerl noch für längere Zeit mit Abwesenheit glänzt.