Erstellt am 12. Juli 2016, 05:00

von Armin Grasberger

Prioritätenliste der Schmankerl. Armin Grasberger über den EM-Abbruch von Dominik Distelberger.

Im Leben einer Sportlerin oder eines Sportlers nehmen sie einen besonderen Stellenwert ein: die Großereignisse. Es ist die absolute Creme de la Creme, mit der man sich messen darf. Die ultimative Elite.

Angesichts der Relevanz jener Wettkämpfe ist es nicht verwunderlich, wenn sie in der Prioritätenliste ganz oben stehen. Unangefochten. Und jetzt stelle man sich vor, eine Sportlerin oder ein Sportler kann zwischen derartigen Veranstaltungen wählen, kann eine Prioritätenliste der Schmankerl erstellen. So wie Dominik Distelberger. Dem Aushängeschild der Union Volksbank Purgstall hat bei der jüngsten Leichtathletik-Europameisterschaft in Amsterdam der Oberschenkel einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nach nur vier von zehn Disziplinen war Schluss.

Aber: Distelbergers Rückzug war bekanntlich eine Vorsichtsmaßnahme. Im August warten die Olympischen Spiele in Rio auf den Hochriesser. Und die sind dann doch noch ein schönes Stück größer als eine EM. Der Zehnkämpfer hat sich einen Status erarbeitet, der es ihm erlaubt, eine Europameisterschaft abzubrechen, um sich auf etwas Schillernderes zu konzentrieren. Natürlich: Er hat es sicher nicht gern getan. Dafür ist er zu sehr Spitzensportler. Es ist allerdings auch ein Indiz dafür, wie gut Distelberger wirklich geworden ist.