Erstellt am 26. April 2017, 05:02

von Christian Eplinger

Und wieder ist einer weniger .... Christian Eplinger über das Wirtesterben im Bezirk.

Innerhalb weniger Tage sperren zwei Traditions-Gasthäuser ihre Türen für immer zu. Am 30. April haben Anna-Maria und Helmut Paumann in Göstling den letzten Betriebstag ihres „Gasthof Zur blauen Traube“. Ein Wirtshaus, das seit 1917 in Familienbesitz ist und seit 1992 von den beiden geführt wird. Eine Institution in Göstling. Eine Woche später ist auch für das „Wirtshaus zum alten Kino“ in Oberndorf Schluss. Helmut und Eva Grassmann werfen das Handtuch – offiziell aus gesundheitlichen Gründen.

In beiden Fällen stecken aber vor allem auch wirtschaftliche Gründe dahinter. Einen Gasthof oder ein Wirtshaus heutzutage zu betreiben, ist nicht mehr einfach. Nur vom Wochenende alleine kann kein Wirt überleben. Beim Mittagsmenü verdient der Wirt nicht wirklich etwas. Und das Abendgeschäft unter der Woche wird immer weniger oder spielt sich vermehrt in Vereinskantinen oder Heurigenbetrieben ab. Dazu kommen immer höhere behördliche Auflagen für die Gastronomie. Das tun sich immer weniger Leute an. Schade, denn mit jedem Wirtshaus stirbt auch ein Stück Ortsgeschichte.