Erstellt am 23. Mai 2017, 05:00

von Armin Grasberger

Mehr als nur elf Freunde. Armin Grasberger über die Hypothek fehlender Kaderbreite.

Jeder Mensch, der sich irgendwie auch nur ansatzweise für Fußball erwärmen kann, kennt die Phrase: Elf Freunde müsst ihr sein. Urheber der Floskel ist Jimmy Drechsel. Der Sportreporter hatte 1955 einen Fußball-Jugendroman mit diesem Titel veröffentlicht und einen Genreklassiker erschaffen.

Was mit dem geflügelten Wort ausgesagt werden soll, liegt auf der Hand. Nur gemeinsam kann wirklich Großes erreicht werden. Allerdings gewinnt mit nur elf Freunden heute auch niemand mehr eine Meisterschaft. Besonders klar führen uns diesen Umstand die bisherigen Saisonverläufe des ASV Kienberg/Gaming und des SV Scheibbs vor Augen.

Dem Überraschungsteam der 2. Klasse Ybbstal aus Kienberg fehlte just im Spitzenspiel das komplette Defensive Mittelfeld. Eine Hypothek, die aufgrund der fehlenden Routine und Kaderbreite zu groß war. Bei den Bezirkshauptstädtern beklagt Funktionär Erich Mühlbacher den „in der Breite zu schwach besetzten“ Kader. Der habe verhindert, dass die Schwarz-Weißen ganz vorne mitspielen.

Elf Freunde sind also nicht genug, um den Titel zu holen. 14, 15, 16 Freunde müsst ihr sein. Dass nicht immer alle spielen können, ist klar. Aber am Ende ist das Team halt einfach größer, als der allerbeste Solist.