Erstellt am 16. Februar 2016, 05:04

von Christian Eplinger

Weit weg vom Halbgott in Weiß. Christian Eplinger über die (Un)Attraktivität, Landarzt zu sein.

Wo ist sie hin die Zeit, in der Ärzte um eine Kassenplanstelle Schlange standen? Heute ist es umgekehrt. Ärzte können meist aus zig freien Stellen auswählen – egal ob Allgemeinmediziner oder Fachärzte, egal ob niedergelassener Arzt oder Spitalsarzt. Damit wird das (Nach)Besetzen von Planstellen abseits der Städte immer schwieriger – siehe Gresten. Dort wartet eine attraktive Kassenarztstelle auf Bewerber. Landarzt zu sein ist heute nicht mehr so attraktiv.

Das hat zum einen mit dem bürokratischen und finanziellen Aufwand zu tun. Denn wenngleich die moderne EDV und die elektronische Gesundheitsakte die Arbeit erleichtern sollen, die damit verbundenen Anschaffungen sind kostenintensiver als ein Karteisystem.

Und der Arbeitsaufwand wird nicht weniger. Das Patientengespräch wird wichtiger. Nur wird dieses nicht honoriert. Gleichzeitig sollen Leistungen, die derzeit gut honoriert werden und wenig Zeit brauchen, gekürzt werden. Ein Verrechnungsdilemma, das bezeichnend ist. In der Gesundheitsversorgung rückt immer mehr der Rechenstift in den Mittelpunkt.