Erstellt am 22. März 2016, 05:04

von Christian Eplinger

Wo das Sterben Platz hat. Christian Eplinger über die Auseinandersetzung mit dem Tod.

Eigentlich gaben die Ärzte der krebskranken Frau nur mehr eine Woche. Der Tumor sei schon zu weit fortgeschritten, der Körper zu sehr geschwächt. Doch da war noch die Hochzeit des Enkels in knapp einem Monat. Diese wollte sie unbedingt noch erleben. Und sie schaffte es. Ein paar Tage später entschlief sie friedlich von dieser Welt.

Tod und Auferstehung sind der Osterwoche viel diskutierte Themen. Auf der Palliativstation im Scheibbser Landesklinikum beschränkt sich diese Auseinandersetzung nicht nur auf die Osterwoche. Hier beschäftigt man sich das ganze Jahr über mit dem Tod, auch wenn für alle Mitarbeiter das Leben der Patienten im Mittelpunkt steht – selbst wenn dieses nur mehr ein paar Tage andauern wird.

Gerade in diesen Tage soll der Patient noch einmal ein glückliches Leben führen. Deshalb steckt sich das Team der Palliativstation gemeinsam mit den Patienten Ziele. Die Mitarbeiter loten Wünsche aus, nehmen sich Zeit zum Reden und Zuhören oder sitzen einfach nur still daneben und halten die Hand. Man kann selbst vom Sterben noch viel fürs Leben lernen.