Erstellt am 21. März 2017, 05:00

von Miriam Seidl

Skitourengeher: Ungern gesehene Gäste. Skitourengeher haben derzeit Hochsaison. Den Pistenbegehern wird von den Liftbetrieben nun erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt.

Beste Verhältnisse am vergangenen Donnerstag am Großen Ötscher. Solche Ausblicke kann man jedoch nur genießen, wenn man die Pistenbereiche verlässt.Thomas Brunner  |  privat/Thomas Brunner

Das Skitourengehen entwickelte sich in den letzten Jahren von der Nischensportart immer mehr zum Trend.

Und spätestens seit einem Facebook-Posting der Ötscherlifte, in dem – eindringlich – auf die Gefahr des Skitourengehens während des Pistenpräparierens hingewiesen wird, ist klar: Die regionalen Skigebiete werden durch die steigende Anzahl an Tourengeher, die auf den Skipisten auf- und absteigen, auf jeden Fall vor neue Herausforderungen gestellt.

„Das Posting habe ich selbst verfasst“, erklärt Ötscherlifte-Geschäftsführer Andreas Buder im NÖN-Gespräch. „Worum es mir geht, ist, dass das Gefahrenpotenzial durch diese ,Pistengeher‘, denn es handelt sich ja gar nicht um richtige Skitourengeher, erheblich erhöht wird.“

Pistengeräte als Gefahr

Nicht nur würden diese „Schwarzen Schafe“ an unübersichtlichen Stellen sich selbst und andere Skifahrer in Gefahr bringen, Buder sieht vor allem in Kombination mit den Pistengeräten Risiken. „Vor allem wenn mit einer Winde präpariert wird (in steilem Gelände, Anm.), besteht die Gefahr, dass es beispielsweise bei Wendeprozessen zu Unfällen mit der Winde kommt. Und da kann es dann um Menschenleben gehen.“

Dazu komme, so Buder, dass die frisch präparierten Pisten Schaden nehmen und durch die vielen Pistenbenutzer außerdem ein Parkplatzproblem entstehe.

Pisten nehmen Schaden

„Was fehlt, ist in manchen Fällen ganz einfach das Respektieren des Arbeitsaufwands des Betreibers“, ist sich Buder sicher. Eine Lösung des Problems könne von der Seite der Liftbetreiber allein nicht erreicht werden, Strafen wären nicht so einfach einzusetzen. Man werde sich aber auf jeden Fall mit der Problematik auseinandersetzen.

Anders zeigt sich die Situation dagegen am Hochkar: „Skitourengeher sind bei uns kein großes Thema“, meint Hochkar-Lifte-Geschäftsführer Rainer Rohregger. „Ich glaube, wir haben am Hochkar einfach eine Sonderstellung, da neben den Pisten sehr viel Platz ist“.

Die Pistenbenützung durch Skitourengeher hielte sich in Grenzen, ein Aufwärtstrend wäre aber auch am Hochkar erkennbar.

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