Lunz am See

Erstellt am 18. Juli 2017, 04:00

wellenklaenge: "In Freundschaft gewidmet". Das Programm des Duett-Abends am Donnerstag setzte sich aus Komponisten zusammen, die mit der Familie Kupelwieser auf verschiedenste Art verbunden waren.

1896 widmete Anton Rubinstein den Schwestern Ida und Paula Kupelwieser romantische Duette. Diese Notenblätter fand Uli Kupelwieser eines Tages im Schloss Seehof. Neben jenen von Rubinstein stieß sie noch auf weitere von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Robert Schumann oder Johannes Brahms. 121 Jahre nach dieser Widmung führten Uli Kupelwieser (Klavier), Sylvia Kummer (Mezzosopran) und Tamara Jagersberger (Sopran) die Stücke für das wellenklaenge-Festival im Musiksalon des Schlosses der Familie Kupelwieser auf. 

„Der Enkel von Paula Kupelwieser hört heute Abend Musik, die für seine Großmutter geschrieben und mit hoher Wahrscheinlichkeit hier schon mal gesungen worden ist“, leitete Uli Kupelwieser das Konzert ein. Die Komponisten der Stücke sind auf unterschiedlichen Wegen alle mit der Geschichte der Kupelwiesers und dem Schloss Seehof verbunden. Johannes Brahms war gerngesehener Gast im Schloss. 

Berta Kupelwieser, die Mutter von Ida und Paula, war eine begabte Bildhauerin „und meiselte eine Büste Brahms, die heute in Pörtschach steht“, führte Uli Kupelwieser weiter aus. Oder Felix Mendelssohn-Bartholdy, der eine enge Freundschaft mit dem Großvater der Schwestern pflegte. „In Freundschaft gewidmet“ schrieb Rudolf Herzberg, Gesangsleiter des Domchors zu Berlin, auf seine Notenblätter für die Schwestern. Er hatte denselben Lehrer wie Rubinstein und lernte so die Familie kennen. 

Die Freude über die gefunden Noten und die vielen musikalischen Fäden, die alle im Schloss zusammenlaufen, sah man den Musikerinnen an. Zum Schluss erhielten sie Standing Ovations. „Ida und Paula hatten wohl genauso viel Spaß an den Stücken wie wir heute, denn die Blätter waren alle stark zerfleddert“, zeigte sich Uli Kupelwieser amüsiert. Als Zugabe spielten sie – passender kann es nicht sein – Brahms „Die Schwestern“.