Erstellt am 23. Februar 2016, 05:04

von Christian Eplinger und Jasmine Buchegger

Lunz war Reise wert. Interessante Gespräche: Zweite österreichische Citizen Science Konferenz ging im WasserCluster Lunz über die Bühne.

Das Organisationsteam der zweiten österreichischen Citizen Science Konferenz in Lunz am See, von links: Johann Zaller, Florian Heigl, Daniel Dörler und Gabriele Weigelhofer.  |  NOEN, Christian Eplinger

Wissenschafter lieben die Einsamkeit im Labor oder hinter ihrem Schreibtisch. Doch nicht alles lässt sich ganz alleine erforschen. Manche Projekte brauchen viele „Hilfskräfte“. Egal ob es sich dabei um archäologische Ausgrabungen, das Erforschen von Schnecken, kleinen Säugetieren oder Gewässern geht oder um die Ozonbelastung in Städten und Regionen. Genau diesen Themen widmet sich Citizen Science. Amateure und Hobby-Forscher arbeiten dabei unter genauer Anleitung Wissenschaftern zu.

Am Donnerstag und Freitag ging zu diesem Thema die zweite österreichische Citizen Science Konferenz im WasserCluster Lunz (WCL) über die Bühne. An die 60 Teilnehmer diskutierten dabei über verschiedenste Projekte, Fördermöglichkeiten und Vor- und Nachteile von Citizen Science.

Für die Organisation der Konferenz waren Johann Zaller, Daniel Dörler, Florian Heigl (alle von der Universität für Bodenkultur in Wien) und Gabriele Weigelhofer vom WCL verantwortlich. Förderer der Konferenz waren die Gemeinde Lunz, der WasserCluster, das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft sowie die Ludwig Boltzmann Gesellschaft.

29 Forschungsprojekte zur Auswahl

„Es waren extrem befruchtende Gespräche, durchaus auch mit gegensätzlichen Standpunkten. Und die Stimmung hier in Lunz war eine völlig andere als bei der Premiere im Vorjahr in Wien. In Wien war es ein Kommen und Gehen, hier in Lunz war man zwei Tage lang eine Einheit – und das hat der Konferenz und den Inhalten gut getan“, schildert Daniel Dörler.

Und davon hat auch Lunz profitiert. Rund 50 Nächtigungen in der Nebensaison sorgten für erfreute Gesichter bei Zimmervermietern und Gastwirten.

Übrigens: Wer selbst Interesse hat, bei einem Citizen Science-Projekt mitzuwirken, der sollte einen Blick auf die Citizen Science-Plattform machen. Derzeit stehen dort 29 Forschungsprojekte zur Auswahl. „Und es werden immer mehr“, freut sich Johann Zaller.

www.citizen-science.at


Wasser schafft

Das Young Citizen Science Projekt des WasserCluster Lunz am See.

x  |  NOEN, Christian Eplinger

Projektleitung:  Gabriele Weigelhofer, Eva-Maria Pölz und Thomas Hein (Bild von links).

  • Was wird erforscht? Wie wirkt sich die Veränderung in der Gewässergestalt auf die Wasser- und Sedimentqualität von unterschiedlich verschmutzten Bächen aus?

  • Wer forscht? Einzelpersonen, Gruppen, Schulen (Oberstufen)

  • Worum geht es genau? Ein unveränderter Bach besitzt eine hohe Selbstreinigungskraft. Landnutzung und Hochwasserschutz führten in den letzten Jahrzehnten in Österreich dazu, dass viele Bäche kanalisiert wurden. Dadurch kam es zu einer Beschleunigung des Wassertransports und einer Verkleinerung der Oberflächen, die für die Stoffaufnahme zuständig sind. Dies führte zu einer Verringerung der Selbstreinigungskraft der Bäche. Fällt diese auch noch mit einem verstärkten Stoffeintrag aus dem Umland zusammen (z.B. durch Landwirtschaft und Siedlungen), dann wirkt sich das in einer Verschlechterung der Wasser- und Sedimentqualität aus. Das Projekt „Wasser schafft“ soll für Österreich hier neue Grundlagen für Management-Vorschläge schaffen.

  • Wie? Online Leitfaden, Protokolle, Datenblätter

  • Wo? In ganz Österreich

      www.wasserschafft.at