Erstellt am 13. September 2017, 05:33

von Claudia Stöcklöcker

Teenager gaben 20-Euro-Blüten in der Disco aus. Gefälschte 20-Euro-Scheine brachten Teenager an den Mann. In einer Disco flogen sie auf und kassierten nun Strafen.

Symbolbild  |  Pixabay

„In dem Wiener Lokal, in dem ich Cannabis kaufe, hat mir jemand gefälschte 20-Euro-Scheine angeboten. Daran war ich interessiert“, sagt ein 17-Jähriger aus Ybbs vorm Richter. Gemeinsam mit seinen Freunden – einem 18-Jährigen aus Kematen und einem 19-Jährigen aus Amstetten, brachte er dann 30 Stück der Falsifikate an den Mann.

„Zuerst habe ich das Falschgeld bei einer Kapelle im Wald versteckt“, gesteht der 17-Jährige vorm Richter. In einem Eissalon und bei einem Bäcker in Wieselburg bezahlten die Burschen mit Migrationshintergrund dann damit, kein Glück hatten sie in einer Disco in Ybbs. Eine Kellnerin erkannte den Schwindel.

Eine Ohrfeige habe der 19-Jährige von einem Securitymann ob der Aktion bekommen. „Er hat mir eine Watschn gegeben und Polizei gerufen“, sagt er im Prozess.

Jugendliche wollten in die Türkei fliehen

Und der 18-Jährige erzählt: „Die Polizisten haben uns mitgenommen. Ich hatte noch Scheine im Schuh versteckt. Die habe ich später verbrannt.“ Bei ihm und dem 19-Jährigen saß der Schrecken tief. „Wir wollten dann fliehen, uns in die Türkei absetzen. Wir sind zum Flughafen, haben Tickets gekauft. Weil ich kein Visum hatte, hat es aber nicht geklappt.“

In U-Haft ob seiner Vorstrafen landete der 17-Jährige. Später belasteten ihn die Mittäter, erzählten, dass der 17-Jährige sie mit einem Revolver gezwungen habe, in der Diskothek mit dem Falschgeld zu zahlen. Strenge fordert Staatsanwalt Patrick Hinterleitner: „Strafbare Handlungen gegen Sicherheit des Geldes sind gehobene Kriminalität, auch Verleumdung ist kein Kavaliersdelikt.“

Für den vorbestraften 17-Jährigen setzt es sechs Monate unbedingte Zusatzstrafe, die Mitangeklagten kommen mit Geld- und Bewährungsstrafen davon (nicht rechtskräftig).