Erstellt am 06. Oktober 2015, 10:08

von Christian Eplinger

Dienstleister und Hochzeitsschloss. Töpperschloss Neubruck soll nach Landesausstellung zum Dienstleistungszentrum und besonderen Event-Ort werden.

Die Töpperkapelle und das Töpperschloss Neubruck sollen ab Frühling 2016 als Hochzeitsstandort und für weitere besondere Anlässe genutzt werden.  |  NOEN, photo-graphic-art

In einem Monat ist die NÖ Landesausstellung „ÖTSCHER:REICH – Die Alpen und wir“ Geschichte. Dann schließt auch der Standort Neubruck seine Pforten. Zumindest bis zum Jahreswechsel.

Denn ab 2016 soll neues Leben in das knapp 70.000 m große Areal und das Töpperschloss einziehen.

„Wir sind aktuell viel weiter, als wir uns vor zwei Jahren zu denken getraut hätten“, ist Andreas Hanger, Eisenstraße-Obmann und ehrenamtlicher Geschäftsführer der interkommunalen Neubruck Immobilien Gesellschaft (NIG, bestehend aus 17 Gemeinden und drei regionalen Banken), überzeugt.

Als erster Mieter wird mit 1. Jänner 2016 der Verein Eisenstraße sein Büro von Ybbsitz ins Töpperschloss verlegen. Die sechs Eisenstraße-Mitarbeiter werden auch als zentrale Drehscheibe am Standort fungieren. „Sehr weit gediehen sind auch die Gespräche mit der Mostviertel Tourismus GmbH. Auch diese könnte ihren aktuellen Bürostandort von Wieselburg nach Neubruck verlegen. Das wären weitere 18 Köpfe. Daneben gibt es einige konkrete Interessenten für die weiteren Büroräumlichkeiten“, weiß Andreas Hanger.

24 flexible Arbeitsplätze im Schloss-Ambiente

Ebenfalls mit Anfang 2016 soll der österreichweit erste Co-Working-Space in einem Schloss in Betrieb gehen. Vorgesehen sind 24 Arbeitsplätze für Einzelunternehmen (14 fix und zehn flexible „Desks“), die für 200 bis 240 Euro Miete pro Monat einen Arbeitsplatz inklusive WLAN-Verbindung, Telefon, Kopierer, Faxgerät, Teeküche und Besprechungsraum zur Verfügung gestellt bekommen. Im Austausch mit Co-Working-Spaces in Wien und Graz will man in Neubruck auch eine „Kreative Sommerfrische“ entwickeln.

„Das Töpperschloss Neubruck soll ein modernes Dienstleistungszentrum werden, wo man den innovativen Töppergeist auch im 21. Jahrhundert spürt“, hofft Hanger.

Im interkommunalen Betriebsgebiet werden ebenfalls nach dem Ende der Landesausstellung die Umbauarbeiten starten. Das Passivhaus Eisenstraße bleibt in seiner Form bestehen, dazu übersiedelt die Firma Hydroconnect mit der Produktion der Wasserkraftschnecken von Ybbsitz in die derzeitige Veranstaltungshalle nach Neubruck. Und auch die Firma Reschinsky wird im vorderen Bereich ihre Produktion für die Kirtags- und Weihnachtsmarktbeschickung errichten, inklusive einem Parkplatz für die Lieferfahrzeuge. „Wir haben in Scheibbs seit Jahren keinen Quadratmeter Gewerbegrund zur Verfügung. Hier in Neubruck sind noch 30.000 m frei, die genutzt werden können“, weiß NIG-Obfrau Bürgermeisterin Christine Dünwald. Vor allem die derzeit als Parkplätze genutzten Flächen sowie das ehemalige Hochregallager und eine kleine Halle sind zu vergeben. „Es gibt bereits weitere konkrete Gespräche, aber über ungelegte Eier wollen wir nichts ausplaudern“, wollte Hanger nichts verraten.

Dafür gibt es für das Areal eine weitere Nutzungsmöglichkeit. Töpperkapelle und Töpperschloss sollen ab April/Mai 2016 zum Hochzeitsschloss und Areal für besondere Veranstaltungen wie Lesungen, Konzerte oder private Feiern werden.

Für die ersten drei Brautpaare kostenlos

„Die NIG stellt die komplette Infrastruktur zur Verfügung. Gemeinsam mit einem Gastronomiepartner kann das hier sicherlich der absolut schönste Tag des Lebens werden“, ist Hanger überzeugt. Für die ersten drei Hochzeitspaare, die sich entschließen, in Neubruck standesamtlich oder kirchlich zu heiraten, gibt es die Infrastruktur sogar kostenlos (Bewerbungen: office@neubruck.at).

Kleinere Erweiterungs- und Umbauarbeiten dafür folgen in den nächsten Wochen und Monaten. „Wir haben zum Glück das Budget von 6,5 Millionen Euro noch nicht ganz aufgebraucht, sodass wir noch einige Ideen umsetzen können“, weiß Hanger.

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