Erstellt am 23. Februar 2016, 05:04

von Christian Eplinger

Notarztwesen neu organisiert: Retter sind überrascht. Land teilt NAW-Versorgung ab 2017 auf acht Regionen auf und schreibt sie aus. „Wussten im Vorfeld nichts“, betont Rotes Kreuz.

Ab April sind im Scheibbser Bezirk die Notärzte nur mehr mit Notarzteinsatzfahrzeugen im Einsatz. Dass nun mit 2017 eine völlige Neuorganisation des Notarztwesens in Niederösterreich kommen soll, überraschte auch die Verantwortlichen beim Roten Kreuz.  |  NOEN, Ing. Bettina Moser
Das Notarztwesen in Niederösterreich wird ab nächstem Jahr völlig neu organisiert. Das verkündeten die Landesräte Wolfgang Sobotka, Maurice Androsch und Karl Wilfing am Freitag

"Keiner hat mit uns im Vorfeld gesprochen"

Sehr zur Überraschung der heimischen Rot-Kreuz-Verantwortlichen, die sich durch diese Entscheidung etwas vor den Kopf gestoßen fühlen. „Ich habe es jetzt aus den Nachrichten erfahren. Wir sind von dieser Neuaufteilung und Neuorganisation völlig überrascht. Keiner hat im Vorfeld mit uns darüber gesprochen“, schildert Reinhard Punz, Geschäftsführer der Rot-Kreuz-Bezirksstelle Scheibbs am Freitagnachmittag.

„Ich kann daher auch noch nicht genau sagen, was das für uns bedeuten könnte. Für uns wäre es halt sehr bitter, wenn das Notarztsystem nicht mehr über uns laufen würde, wo wir jetzt gerade in der Umstellung von Notarztwägen auf Notarzteinsatzfahrzeuge sind und dafür doch einiges an Geld in die Hand nehmen“, sagt Reinhard Punz weiter.

Ab April nur mehr mit Notarzteinsatzfahrzeug

Im Scheibbser Bezirk werden ab April nur mehr Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) unterwegs sein. Die entsprechenden Fahrzeuge werden gerade um- beziehungsweise aufgerüstet. Das neue System bedeutet, dass der Notarzt mit dem NEF vorausfährt und ein Krankentransportwagen automatisch nachgeschickt wird. „Damit sind immer zwei Autos im Einsatz. Das kann zum einen ein Vorteil sein, weil der Notarzt eventuell wieder schneller einsatzbereit ist. Wie es sich wirklich auswirkt, wird erst der Betrieb zeigen“, weiß Punz.