Erstellt am 28. Oktober 2015, 05:02

von Christian Eplinger und Leonie Mayer

Ein besonderes Lernen in Kleinstschule. Aus der Not eine Tugend gemacht: In Puchenstuben ist die Nahtstelle zwischen Kindergarten und Volksschule praktisch aufgehoben – hier gibt es ein enges Miteinander.

Volksschullehrerin Renate Müller-Bergner ist von der Individualförderung in der kleinen Einheit der VS Puchenstuben überzeugt. Derzeit gehen sechs Kinder in ihre Klasse.  |  NOEN, Eplinger

Sechs Kinder in der Volksschule, elf im Kindergarten. Zu eng wird es in der Volksschule Puchenstuben, in der beide Bildungseinrichtungen Tür an Tür untergebracht sind, kaum. „Bei uns gibt es keine Nahtstelle, wir befruchten uns gegenseitig, arbeiten eng zusammen und unternehmen auch manchmal etwas gemeinsam“, weiß Renate Müller-Bergner, die seit heuer in der einklassigen Volksschule unterrichtet.

Jeden Mittwoch fahren die Puchenstubner Volksschüler zudem mit dem Schulbus nach St. Anton/Jeßnitz, wo sie gemeinsam mit den dortigen Volksschulkindern Englisch-, Musik-, Turn- und Religionsstunden haben.

Unter den sechs Schülern in Puchenstuben ist mit Hadisa Naseri auch ein Flüchtlingskind aus dem Iran. Hadisa wohnt seit eineinhalb Jahren im Alpenhof und spricht schon sehr gut Deutsch. „Ich bin gerne hier. Die Schule macht mir Spaß und wir spielen oft auch am Nachmittag miteinander“, erzählt Hadisa der NÖN.

"Kinder lernen schnell voneinander"

„Durch die kleine Schüleranzahl können wir natürlich die Individualbetreuung und das individuelle Lernen natürlich besonders fördern. Hier noch gezielter einen Schwerpunkt zu setzen, wäre sicher kein Nachteil“, ist Müller-Bergner überzeugt.

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Im Kindergarten, den derzeit fünf Kinder aus Flüchtlingsfamilien besuchen, war die Fluktuation bei diesen Kindern zuletzt größer. Dennoch „ist das für uns eigentlich nicht wirklich ein Problem. Die Kinder lernen sehr schnell voneinander und verständigen sich beim Spielen wenn es sein muss auch mal mit Händen und Füßen“, schildert Kindergartenpädagogin Lisa Derkits.

Für die Puchenstubner Gemeinde ist der Erhalt der eigenen Volksschule und des Kindergartens seit Jahren ein wichtiges Anliegen.

Das war ursprünglich auch eine der Antriebsfedern, Flüchtlinge in Puchenstuben einzuquartieren.

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