Purgstall an der Erlauf

Erstellt am 04. April 2017, 05:00

von Christian Eplinger

Mindestsicherung: Eine Hilfe, keine Strafe. Purgstall setzt als eine der ersten Gemeinden NÖs Gesetz um und teilt Mindestsicherungsbezieher zu Tätigkeiten ein.

Landtagsabgeordneter Anton Erber und Purgstalls Bürgermeister Christoph Trampler sind überzeugt, dass die gemeinnützigen Tätigkeiten für viele Mindestsicherungsempfänger auch ein Sprungbrett zurück in den Arbeitsalltag bedeuten können.  |  Christian Eplinger

Durch den Landtagsbeschluss im November 2016 haben Gemeinden nun die Möglichkeit, Bezieher der Bedarfsorientierten Mindestsicherung (BMS) in der Wohnsitzgemeinde zu befristeten, gemeinnützigen Hilfstätigkeiten beizuziehen, sofern nicht gleichzeitig das Arbeitsmarktservice Maßnahmen angeordnet hat. Purgstall ist eine der ersten Gemeinden, die diese Möglichkeit im Frühjahr nutzen will.

„Wir haben die 14 in diesem Bereich betroffenen BMS-Bezieher in unserer Gemeinde mittels Brief informiert und werden nun für den Frühjahrsputz am Bauhof, bei der Aktion Essen auf Rädern oder beim Tourismusverein die ersten Bürger zu gewissen Tätigkeiten heranziehen“, erläutert Bürgermeister Christoph Trampler.

„Es ist wichtig, dass diese Menschen wieder einen geregelten Tagesablauf bekommen, sonst werden sie in der Spirale immer weiter nach unten gezogen“

Er sieht das allerdings nicht als Strafe, sondern viel mehr als Hilfestellung bei der Rückführung in die Gesellschaft. „Es ist wichtig, dass diese Menschen wieder einen geregelten Tagesablauf bekommen und Aufgaben übernehmen, sonst werden sie in der Spirale immer weiter nach unten gezogen“, ist Trampler überzeugt.

Dabei ist er auf einer Linie mit ÖVP-Landtagsabgeordneten Anton Erber, der sich wesentlich für die Gesetzesänderung in Niederösterreich eingesetzt hat. „Arbeit ist sinnstiftend und es ist wichtig, dass wir diesen Menschen wieder ein Sprungbrett zurück in die Gesellschaft geben. Ich bin überzeugt, dass bald viele Gemeinden diese Möglichkeit in Anspruch nehmen“, sagt Erber, dem es wichtig ist, dass dies sowohl für inländische als auch ausländische Bezieher der BMS gleichermaßen gilt.

Die Gemeinden tragen aktuell 20 Prozent zur BMS bei.

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