Erstellt am 07. Juli 2016, 04:00

von Claudia Stöcklöcker

Hund hinter Auto mitgeschleift: Freispruch!. Tierquälerei wurde einer 36-Jährige vorgeworfen. „Es war ein Unfall“, erklärte sie im Prozess vorm Richter. Staatsanwaltschaft zog Anzeige zurück. Richter sprach sie frei.

Symbolbild  |  NOEN, www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)

Auf tragische Weise verlor eine Familie aus Purgstall ihren Hund. Zu all dem Leid muss sich die Mutter nun auch noch vor dem Richter wegen Tierquälerei verantworten. „Die Angeklagte hat mutwillig ein Wirbeltier getötet“, erklärt der Staatsanwalt im Prozess am Landesgericht St. Pölten, und dabei war alles doch nur eine Verkettung von unglücklichen Umständen.

„Es war ein Unfall. Eine meiner Töchter ist mit dem Hund Gassi gegangen und hat ihn dann an der Anhängevorrichtung unserer Autos angebunden“, erzählt die 36-Jährige.

„So etwas macht niemand absichtlich um die Mittagszeit, wenn viele Leute unterwegs sind.“

Richter Slawomir Wiaderek

Und sie setzt fort: „Ich wollte dann schnell meine ältere Tochter von der Schule holen, hab’ die Kinder ins Auto gesetzt und bin losgefahren. Den Hund habe ich nicht gesehen.“ Vier Kilometer lang fuhr die 36-Jährige auf der B25 Richtung Wieselburg mit dem am Auto angeleinten Hund. Bei einer Ampel machte sie eine 60-jährige Verkehrsteilnehmerin darauf aufmerksam und erstattete dann Anzeige.

„Mir war nicht sofort klar, das da ein Hund an der Leine hing. Ich habe an die Autoscheibe der Frau geklopft und es ihr gesagt. Ich war fertig“, erzählt die Zeugin und fügt hinzu: „Ich glaube nicht, dass die Angeklagte das absichtlich gemacht hat.“ Niemand glaubt das im Gerichtssaal. Der Staatsanwalt zieht seine Anklage zurück, der Richter spricht die 36-Jährige frei: „Niemand macht so etwas absichtlich zwischen 12 und 13 Uhr, wenn viele Leute auf der Straße unterwegs sind.“