Scheibbs

Erstellt am 05. Juli 2016, 12:50

Landesklinikum: Betriebsrat fordert mehr Personal. Betriebsratsvorsitzender Rudi Zeller schlägt Alarm.

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Im Zuge des Budgetbeschlusses für 2017 hat der NÖ Landtag auch die Dienstpostenpläne für die einzelnen Landeskliniken mitbeschlossen. Pläne, die bei Rudolf Zeller, Betriebsratsvorsitzender des Scheibbser Landesklinikums und stellvertretender Zentralbetriebsratsobmann im Land, auf keine große Freude stoßen. Denn vor allem im Pflegebereich sind für das Scheibbser Landesklinikum 2017 weniger Dienstposten vorgesehen, als ursprünglich erhofft.

Durch die Umstrukturierungen der chirurgischen Betten in der Region – von Scheibbs kommen ja 20 Betten nach Amstetten – werden Dienstposten frei. Gleichzeitig wird die Remobilisation und Nachsorge-Abteilung (RNS) mit 24 Betten sukzessive im Laufe des Jahres 2017 von Mauer nach Scheibbs verlegt. Dadurch hatte man sich in Scheibbs eigentlich eine Aufstockung der ursprünglich 201,5 Dienstposten im Pflegebereich auf 204 Posten erwartet. Geworden sind es letztendlich 197,5 Dienstposten.

  „Es genügt nicht, nur in Aus- und Umbau sowie in Ausstattung zu investieren. Wir brauchen auch genug Personal.“  

BR-Obmann Rudolf Zeller

„Leider finden vermehrte Leistungen, wie zum Beispiel die Übernahme von ärztlichen Tätigkeiten durch das Pflegepersonal, keine Berücksichtigung im Dienstpostenplan. Personalunterbesetzungen und Fehlzeiten werden vom restlichen Personal kompensiert, womit ein hoher Bedarf an Überstunden und Mehrleistungen entstehen, die sich auf die Gesundheit der Mitarbeiter auswirken“, kritisiert Rudolf Zeller.

Regionalmanager Andreas Krauter von der NÖ Landeskliniken-Holding lässt diese Kritik nicht gelten: „Durch die Umstrukturierungsmaßnahmen in der gesamten Holding ist jede einzelne Klinik gefordert. Bei der Übernahme von neuen, bisher von Ärzten abgedeckten Aufgaben durch die Pflege bestehen die Personalressourcen für diese Dienstposten im Haus und müssen nur neu gewidmet werden. Außerdem hat die Reduzierung der Dienstposten vor allem ihren Ursprung in der Auslagerung von Logistik und Sterilisation“, betont Krauter gegenüber der NÖN.

Unterstützung von Pflegedirektor Zeilinger

Unterstützung bekommt Zeller vom Scheibbser Pflegedirektor Andreas Zeilinger: „Natürlich hätten wir uns mehr Dienstposten erhofft, da vor allem der RNS-Bereich eine durchgehende Auslastung von bis zu 95 Prozent vorsieht. In der Chirurgie dagegen hat es immer Spitzenzeiten und ruhigere Phasen gegeben.“

Auch das sieht Krauter etwas anders und warnt vor solchen Vergleichen. „In einer chirurgischen Abteilung wird die Pflege zu 100 Prozent benötigt, da die Patienten nach einem OP-Eingriff volle Betreuung benötigen. Im RNS-Bereich klingt der Pflegebedarf über die drei Wochen Regelaufenthaltszeit mehr und mehr ab, da die Patienten immer selbstständiger werden. Es gibt daher gewisse Richtzahlen, die entsprechend bewertet werden“, sagt Krauter. Dass natürlich jedes Klinikum gerne mehr Personal hätte, dafür hat Krauter volles Verständnis. Aber: „Wir alle bewegen uns in einem gedeckelten System. Dessen müssen wir uns bewusst sein.“

Betriebsrat Rudolf Zeller fordert trotzdem von Politik und den Führungskräften in den Kliniken, die Kollegen durch eine entsprechende Personalausstattung zu entlasten. „Ansonsten wird man sich schon bald nicht mehr für die hervorragenden Ergebnisse bei der Patientenbefragung feiern lassen können“, befürchtet Zeller.