Erstellt am 06. Juli 2016, 05:00

von Andrea Panzenböck

ProKind - Segeln für ein Kinderlachen. Bereits zum zehnten Mal stach der Verein „ProKind – Segeln für ein Kinderlachen“ mit 23 Kindern des Landesjugendheimes Schauboden in Kroatien in See.

 |  privat

Seit nunmehr zehn Jahren schenkt der Verein „Pro Kind“ sozial benachteiligten Kindern nicht nur eine Woche Urlaub, sondern vor allem einen Einblick in das Leben abseits des Jugendheimes Schauboden.

Auf insgesamt vier Booten segelten 23 Kinder und zehn Betreuer – darunter vier Skipper – eine Woche lang im Gebiet der drei Inseln Šolta, Vis und Hvar. Das Wetter zeigte sich die ersten drei Tage nicht von seiner besten Seite. „Der Wind war ein Wahnsinn! Teilweise war es so kalt, dass ich drei Jacken übereinander anhatte“, berichtet Bürgermeisterin Christine Dünwald, die die Segeltörns seit Beginn als Skipperin begleitet.

Nach einer Woche voller Action und Spaß fällt es nicht nur den 23 Kindern und Jugendlichen des Landesjugendheimes Schauboden schwer, Abschied zu nehmen, sondern auch den zehn Betreuern beziehungsweise Skippern.  |  NOEN

Doch dann kam der Umschwung: „Plötzlich hatte es 36 Grad und die Kinder kamen endlich voll auf ihre Kosten. Manche wollten gar nicht mehr raus aus dem Wasser“, schmunzelt Erich Reisenbichler, Obmann des Vereins „ProKind“, der die Segelwoche gemeinsam mit seinem ambitionierten Team seit 2008 organisiert.

Dieses Team wendet freiwillig unzählige Stunden auf, um das Projekt alljährlich auf die Beine stellen zu können und jeder Skipper beziehungsweise Betreuer ist mit Herz und Seele dabei. Und genau das spüren die Kinder. „Sie genießen diese ‚kleine Familie‘ und blühen richtiggehend auf. Bei vielen kann man eine unglaubliche Entwicklung wahrnehmen und das wiederum bereichert einen selbst“, berichtet Reisenbichler.

Gerhard Nenning versorgte die Mannschaft mit frischen Palatschinken. Im Hintergrund: ein Foto von Franz Grüneis, der im April dieses Jahres den Kampf gegen den Krebs verlor. Auf seinen letzten Wunsch hin war der begeisterte Segler auch heuer mit an Bord.  |  NOEN

Wenngleich die Woche für die Betreuer mehr als anstrengend ist, will sie niemand missen. „Jedes Jahr sage ich, dass ich nicht mehr mitfahre, weil ich immer völlig erschöpft nachhause komme, aber wenn man einmal mitsegelt, kommt man nicht mehr los – das ist wie eine Sucht“, lacht Bürgermeisterin Dünwald.

Damit der Abschied nicht ganz so schwerfällt, bleibt man auch nach der Segelwoche in Kontakt. „Wir haben eine WhatsApp-Gruppe gegründet, in der nun jeden Tag fleißig hin und hergeschrieben wird“, erzählt Reisenbichler, der sich bereits auf die nächste Segelwoche freut.