Erstellt am 31. Mai 2016, 04:04

von Karin Maria Heigl und Elisabeth Schuster

Schüler kämpften mit Fragestellung. Zentralmatura: Nach den schriftlichen Reifeprüfungen gab es große Aufregung um die Mathe-Klausur. Von den Direktoren gibt es eine gemischte Zwischenbilanz.

Kein Grund zur Aufregung im Francisco Josephinum: bei der schriftlichen Reifeprüfung in Mathematik war das Ergebnis hervorragend. Im Bild von links: Direktor Alois Rosenberger mit Aron Kerschbaumer, Carina Allinger, Sektionschef Christian Dorminger vom Unterrichtsministerium, Kathrin Patscheider und Benjamin Hell.  |  NOEN, Heigl

Helle Aufregung herrschte bei den Schülern des Gymnasiums Wieselburg am Tag der schriftlichen Mathematik-Klausur. Die Matura-Aufgaben stellten die Schüler vor so manches Rätsel.

Der Wirbel um die schwierige Mathematik-Matura verbreitete sich wie ein Lauffeuer in weiten Teilen des Landes. Ein regelrechter Aufschrei ging durch die sozialen Netzwerke und auch die Medien berichteten von horrenden Ergebnissen von bis zu 70 Prozent negativen Klausuren.

So schlecht waren die Arbeiten im BG/BRG Wieselburg entgegen der ersten Einschätzung der Schüler aber dann gar nicht. „Die heurige Klausur ist recht erfreulich ausgefallen. Es gibt nur wenige negative Klausuren, Mathematik war kein Problem in unserer Schule“, erklärt die Direktorin des BG/BRG Wieselburg, Sigrid Fritsch.

Die Aufregung um die „schwere“ Zentralmatura kann die Direktorin dennoch nachvollziehen: „Es waren doch zum Teil recht unerwartete und ungewöhnliche Bereiche, die abgefragt wurden und zum Teil unklar formulierte oder eher schwer zu verstehende Fragestellungen.“

Eine etwas andere Einschätzung hat die zuständige Behörde im Ministerium für Unterricht und Kunst: Sektionsleiter Christian Dorninger ist überzeugt, dass die Mathe-Klausur in diesem Jahr nicht wesentlich schwerer zu bewältigen war – derartige Reaktionen aus den Schulen hatte er nicht erwartet.

Anforderungen mit dem Vorjahr vergleichbar

„Wir waren selbst überrascht. Die Anforderungen bei der Klausur waren auf jeden Fall vergleichbar mit denen vom Vorjahr. Nur einige wenige Fragestellungen waren komplett anders.“ Dorninger vermutet, dass viele Maturanten sich bei der Vorbereitung zu sehr auf die Vorlagen vom Vorjahr konzentriert haben.

Eine gemischte Zwischenbilanz zieht Andreas Schmid, Direktor vom BORG Scheibbs: „Wir haben in Deutsch, Englisch, Latein und Spanisch ein ausgezeichnetes Ergebnis.“

Einziger Wermutstropfen ist Mathematik. In diesem Fach erzielten die Maturanten des BORG Scheibbs keine guten Ergebnisse. „Hier besteht Handlungsbedarf. Wir sind nicht zufrieden“, sagt Schmid.

Gründe für das schlechte Abschneiden in Mathematik sieht der Direktor dennoch nicht im eigenen Haus. Schließlich habe die Schule im Vorjahr ihr hohes Niveau bewiesen, mit nur zwei negativen Noten bei 70 Klausurarbeiten.

Feedback wird ernst genommen

Sektionschef Christian Dorninger vom Unterrichtsministerium ist sich der Tragweite der Problematik durchaus bewusst: „Wir nehmen das Feedback der Maturanten auf jeden Fall sehr ernst. Und wenn ein Einser-Schüler bei der Matura plötzlich ein ,Nicht Genügend‘ schreibt, dann muss man sich das natürlich genau anschauen“, versichert Dorninger.

Gleichzeitig versucht er zu beschwichtigen. Es wäre voreilig, jetzt schon allzu viele Schlüsse zu ziehen. Es gebe ja noch gar kein Endergebnis. Wie gut oder schlecht die Maturanten in diesem Jahr wirklich abgeschnitten haben, kann man erst Ende Juni sagen, wenn alle Noten feststehen.

Nun müsse man sich auf die Kompensationsprüfungen konzentrieren: Alle jene Schüler, die eine negative Klausur geschrieben haben, bekommen die Chance, sich ihre Noten bei einer mündlichen Prüfung noch auszubessern. Erst danach treten sie zur mündlichen Reifeprüfung an.

Keinen Grund zur Aufregung gibt es im Francisco Josephinum. In der Höheren Landwirtschaftlichen Schule herrschte nach den schriftlichen Klausuren helle Freude: „Wir haben ein so gutes Ergebnis, wie schon lange nicht“, freut sich Direktor Alois Rosenberger. Allerdings hatten die Schüler andere Klausuren, nämlich jene für Berufsbildende Höhere Schulen.