Wieselburg

Erstellt am 23. August 2016, 03:24

von Emilia Heigl

Faszinierende Reise eine in andere Welt. Sarah Kaltenbrunner verbrachte vier Wochen in Uganda, und lernte dort Sonnen- und Schattenseiten des Landes kennen.

Nicholas Katungye, Sunday Donozio, Sarah Kaltenbrunner, Philio Katungye, Medelon Salari (von links) und der kleine Daniel bei ihrem Ausflug zum Queen Elisabeth National Park. Die wunderschöne Landschaft war etwas ganz Besonderes für die Schülerin aus Wieselburg.  |  noen, zVg

Für die 16-jährige Wieselburgerin Sarah Kaltenbrunner waren die heurigen Sommerferien ganz besondere. Sie verbrachte vier Wochen in Uganda, wo sie freiwillig in einem Kindergarten und in einer Volksschule arbeitete. Elsa Schagerl, die sich schon seit vielen Jahren für Kinder in Uganda engagiert, brachte sie auf die Idee und half ihr, alles zu organisieren. Am Anfang war sie noch sehr unsicher, immerhin handelte es sich um eine Reise ins vollkommen Unbekannte, doch rückblickend war es eindeutig die richtige Entscheidung.

 Uganda ist bekannt als grüne Perle Afrikas

Die Landschaft in Uganda ist unglaublich schön. Vor allem die unendliche Weite des Queen Elisabeth Nationalparks verschlägt einem die Sprache“, schwärmt Sarah. Sander Kesseler kümmerte sich vor Ort sehr gut um die Wieselburgerin und die zwei Holländerinnen, die wie Sarah als freiwillige Helferinnen in Uganda waren. Er ermöglichte den Europäerinnen Einblicke in die fremde Kultur, die sie sonst nicht so schnell zu sehen bekommen hätten.

Da der Nationalpark nur zehn Kilometer von ihrem Standort entfernt war, fuhren Sarah und die anderen ziemlich oft durch den Park und konnten extrem viele Tiere sehen. „Elefanten gehen zehn Meter vor dir über die Straße und Affen sitzen überall herum. Auch Löwen waren gleich neben uns“, erinnert sich die Schülerin aus Wieselburg. Bei einer Bootsfahrt über den Lake George sahen die Europäerinnen eine Menge Nilpferde beim Baden, ein kleines Krokodil und sehr viele Elefanten – sogar mit Zwillingsbabys.
Die drei Mädels arbeiteten unentgeltlich in einem Kindergarten und einer Volksschule.

Die Arbeit mit Kindern ist für die 16-Jährige Sarah Kaltenbrunner etwas ganz Besonderes. Die kleine Christin fühlt sich mit ihr sichtlich wohl.  |  noen, zVg

Weil die Regierung in Uganda nichts in Bildung investiert, sind Schulen und auch Kindergärten immer privat. Somit muss für jedes Kind Schulgeld bezahlt werden. Sehr viele Kinder gehen nicht in die Schule, da das Geld nicht reicht. „Wie bei uns gibt es zwar auch einen Direktor und Lehrer, jedoch werden Klassen von 90 Schülern meistens von nur zwei Lehrern unterrichtet“, schildert Kaltenbrunner.

Auch im Kindergarten sitzen die Kinder auf Schulbänken und müssen von der Tafel abschreiben. Die Kinder lernen von Anfang an Englisch, die Lehrer sind jedoch nicht so gut ausgebildet und bauen oft gravierende Vokabel- und Grammatik- Fehler ein.

Auch eine Reise zum Äquator durfte nicht fehlen. Sarah Kaltenbrunner (Mitte) und die beiden Mädchen aus den Niederlanden Medelon Salari und Loeka Schaars lernten sich in Uganda kennen, wo sie gemeinsam in einem Kindergarten und einer Volksschule arbeiteten.  |  noen, zVg

Schon in den jüngsten Klassen herrscht extremer Respekt. „Da sitzen 90 Kinder im Alter von drei bis fünf in einem Raum und es ist immer ganz leise, keiner macht einen Mucks“, beschreibt die Wieselburgerin. Auf der anderen Seite sei der Unterricht jedoch recht lebendig. Mit den Kleinen werde sehr viel gesungen und gereimt.
Auch den Sportunterricht behält Sarah als toll in Erinnerung: „240 Kinder mit sechs Lehrern. Alle tanzen, singen und hüpfen auf einer riesigen Wiese. Wir haben Luftballons mitgebracht. Da haben sich die Kinder so gefreut – das ist unbeschreiblich.“

Außerhalb des Turnunterrichts verbesserten Sarah und die beiden Holländerinnen Hefte, schrieben an die Tafel, erklärten den älteren Kindern „ein bisschen was in Mathe“ und halfen, wo sie konnten. „Es ist ganz wichtig, bei der Bildung anzusetzen und zu investieren. Man muss die Menschen unterstützen um eine bessere Zukunft für die neue Generation zu schaffen“, ist sich Sarah sicher.


 Wenig Bildung sorgt für viele Probleme

Durch zu wenig Bildung entstehen große gesundheitliche Probleme. Da die meisten Menschen zu wenig über Verhütung aufgeklärt sind, gibt es sehr viele HIV-positive Menschen – auch Kinder, die bereits bei der Geburt von der Mutter infiziert wurden. Ein Sozialsystem wie in Österreich ist nicht vorhanden. „Wenn die Menschen bei einem Notfall den Krankenwagen rufen, jedoch nicht genug Geld haben, nimmt er sie gar nicht erst mit und sie müssen möglicherweise sterben“, ist Sarah entsetzt. Auch Tabletten sind oft zu teuer und Menschen sterben an relativ harmlosen Krankheiten.

„Mir ist wieder bewusst geworden, wie glücklich wir uns in Österreich schätzen können, mit all dem, was wir haben.“
Trotz all der Probleme könne man viel von diesen Menschen lernen. „Sie sind so dankbar, herzlich und zufrieden mit dem, was sie besitzen“, erzählt die junge Wieselburgerin. Die vier Wochen waren für sie ein unvergessliches Erlebnis und sie werde ihre neu gewonnenen Freunde in Uganda bestimmt wieder einmal besuchen.

Umfrage beendet

  • Voluntär in Entwicklungsland: Für dich vorstellbar?