Erstellt am 19. Oktober 2015, 11:34

Sehr viel guter Wille für Flüchtlinge. Bei Vernetzungstreffen für Pfarren zeigte sich große Hilfsbereitschaft. Im Bezirk betreuen derzeit sechs Pfarren Flüchtlinge.

Beim Flüchtlingshilfe-Vernetzungstreffen der Diözese St. Pölten in Steinakirchen waren in der Vorwoche Vertreter von 17 Pfarren aus der Diözese anwesend.  |  NOEN, Wolfgang Zarl

Rund 800 Flüchtlinge betreuen und begleiten freiwillige Mitarbeiter derzeit in den Pfarren der Diözese St. Pölten – auf unterschiedlichste Art und Weise.

Mitarbeiter aus 17 Pfarren trafen sich

Von der Mitarbeit bei „Willkommen Mensch“-Initiativen über Sachspendenhilfe bis hin zur Unterstützung der Flüchtlinge beim Deutschlernen, bei Behördengängen, der Wohnungssuche, Kontoeröffnungen oder Fragen wie zum Versicherungsschutz. In der Vorwoche trafen sich Mitarbeiter aus 17 Pfarren beim Vernetzungstreffen der Diözese St. Pölten in Steinakirchen.

„Unser Fokus liegt auf der Integration von Asylberechtigten in unsere Gesellschaft und Kultur. Das erfordert durchaus lange Lernprozesse für alle Beteiligten. Aber die Bereitschaft, sich zu integrieren, ist generell groß“, berichtet Peter Haselwanter aus Purgstall, der Leiter des Bereiches Flüchtlingshilfe der Pfarren der Diözese.

„Die Leute in den Pfarren leisten einen großen Beitrag für das Land. Es gibt nach wie vor sehr viel guten Willen, sich zu engagieren“, hebt auch PfarrCaritas-Leiter Christian Köstler hervor.

„Wichtig ist das Thema Nachbarschaft"

Beim Vernetzungstreffen in Steinakirchen hat zudem Caritas-Direktor Friedrich Schuhböck über die aktuellen Entwicklungen berichtet, mit Gerüchten und Falschmeldungen über die „Überhäufung der Flüchtlinge mit Geld“ aufgeräumt und mit den Anwesenden auch deren aktuelle Probleme und Sorgen besprochen.

„Wichtig bei all dem ist das Thema Nachbarschaft. Nachbarn sollten bald in guten Kontakt mit den Einwanderern kommen. Das verstärkt den Integrationsprozess. Keiner braucht sich fürchten. Das sind ganz normale Leute, noch dazu oft sehr gut ausgebildet“, weiß Schuhböck.


Flüchtlingshilfe im Bereich der Diözese St. Pölten in Zahlen:

  • Flüchtlingsunterkünfte in Vorbereitung: 30

  • Flüchtlinge in privaten Wohnungen in 34 Pfarren: 364

  • Flüchtlinge in pfarrlichen Einrichtungen in 16 Pfarren: 122

  • Flüchtlinge in Quartieren der Grundversorgung in 18 Pfarren: 342

Folgende Pfarren des Scheibbser Bezirks engagieren sich derzeit aktiv in der Flüchtlingshilfe und betreuen Flüchtlinge: Purgstall, Scheibbs, Steinakirchen, Randegg, Gaming und Lunz.

Dazu kommt die umfangreiche Unterstützung der Pfarre Wieselburg bei den Transitflüchtlingen beziehungsweise auch bei den neu angekommenen Flüchtlingsfamilien in Wieselburg.

Generell lässt sich sagen, dass die meisten Pfarren derzeit prüfen und überlegen, ob es ihnen möglich ist, Ressourcen für die Flüchtlingsunterbringung beziehungsweise Flüchtlingsbetreuung zu finden.