Erstellt am 22. Dezember 2015, 05:03

von Christian Eplinger

Storno-Lawine blieb bislang noch aus. Der fehlende Schnee macht Tourismusorten der Region zu schaffen. In Lunz verkauft man derzeit Wanderkarten.

Ötscherlift-Geschäftsführer Andreas Buder nimmt es mit Humor: »Wir haben zwar nur ein weißes Band, dafür die längste durchgehende Skiabfahrt Niederösterreichs.«  |  NOEN, zVg

Ein vier Kilometer langes weißes Band zieht sich auf der Traumschlag-Piste vom Kleinen Ötscher bis zur Talstation Eibenkogel.

Drei Pisten am Ötscher befahrbar

„Wir haben damit die derzeit längste durchgehend befahrbare Abfahrt Niederösterreichs“, nimmt Ötscherlift-Geschäftsführer Andreas Buder die aktuelle Situation mit Humor. Familienabfahrt, Eibenkogelabfahrt und das Kinderland sind die einzigen drei Pisten, die derzeit am Ötscher zu befahren sind. „Wir hoffen, damit die Weihnachtsferien halbwegs zu retten“, sagt Buder und erinnert sich mit Zähneknirschen an das Vorjahr. Da startete am Ötscher der Liftbetrieb auch erst wieder nach dem Schneefall am 27. Dezember. Über Weihnachten stand man still.

Anders die Situation am Hochkar. „Die Bedingungen sind nach wie vor sehr gut. Wir haben alle Lifte und derzeit zehn Pisten in Betrieb – und das wird auch über die Weihnachtsferien so bleiben, egal wie das Wetter wird“, weiß Rainer Rohregger, Geschäftsführer der Hochkar-Bahnen, und freut sich über gute Besucherzahlen.

Hochkar sehr gut gebucht

Am Hochkar sind auch die Tourismusbetriebe mit der Buchungslage sehr zufrieden. „Wir sind von 26. Dezember weg in all unseren Häusern sehr gut gebucht. Über Silvester haben wir ohnehin schon länger keine Zimmer mehr frei“, weiß Johannes Putz, der am Hochkar das JoSchi-Sporthaus, den Almgasthof und seit heuer auch die Sportpension betreibt.

Ähnliches vermeldet der neue Hausleiter des JUFA Hochkar Sport Resort Peter Fellmer: „Wir haben in den Ferien eigentlich nur mehr vereinzelt Zimmer frei und bislang praktisch keine Stornierungen“, sagt der 32-jährige Wiener, der heuer die Hausleitung von Oliver Mühleder übernommen hat. Auch der Jänner ist im JUFA dank vielen Schulskikursen unter der Woche schon gut gebucht.

Im Tal sind es vor allem die Göstlinger Urlaub am Bauernhof-Betriebe und die Privatzimmervermieter, die in den Ferien praktisch voll belegt sind. „Es gibt aber noch freie Kapazitäten in allen Bereichen“, weiß Tourismusvereinsobmann Andreas Danner. Nur vereinzelte Stornos, aber auch ganz wenige Anfragen verzeichnete man in den letzten Tagen im Lackenhofer Tourismusbüro. „Ich habe es schlimmer befürchtet. Es ist relativ ruhig“, weiß Jessica Hraby und hofft, so wie alle Touristiker, auf einen Wetterumschwung. Denn die frühlingshaften Temperaturen lassen vielen die Lust auf den Winterurlaub vergehen. Das weiß auch Barbara Eigner vom Tourismusbüro Lunz am See.

„Bei zehn Grad plus und grünen Wiesen kommt keine richtige Weihnachts- oder Winterstimmung auf. Wir haben diese Woche sogar Wanderkarten verkauft. Und das ohne schlechtes Gewissen, denn die Wanderwege sind alle noch einwandfrei zu begehen“, schildert Eigner.