Erstellt am 10. November 2015, 12:03

von Karin Katona

Die Abgründe der Seele. Das Ensemble des „Schauspiel Scheibbs“ gewährt mit Schnitzlers Tragikomödie „Das weite Land“ einen beunruhigenden Blick hinter die Fassade der guten Gesellschaft.

Martin Sedlinger und Christina Meister als Ehepaar Friedrich und Genia, um dessen Beziehung es nicht zum Besten steht.  |  NOEN, Raimund Holzer
Mit Arthur Schnitzlers berühmtestem Stück, „Das weite Land“, hat sich das Ensemble „Schauspiel Scheibbs“ auf eine Gratwanderung eingelassen – und diese bravourös gemeistert.

Bis in die Nebenrollen brillant besetzt, fesselt die Scheibbser Inszenierung mit Schnitzlers Tragikomödie das Publikum bis zum letzten Satz. Regisseurin Christina Meister hat ihrem Ensemble viel abgefordert, den Darstellern aber auch die Gelegenheit gegeben, über sich hinauszuwachsen. Ein Wagnis, das voll aufgegangen ist, förderte es doch neben den aus früheren Produktionen bekannten Darstellern auch junge, vielversprechende Talente.



„Das weite Land“ ist trotz äußerer Glattheit und mancher komödiantischer Elemente ein äußerst vielschichtiges Stück. Die Hauptpersonen sind innerlich zerrissen, hinter der bröckelnden Fassade brodeln die aufgestauten Gefühle, verkochen zu schmerzhafter Resignation ... Das Ensemble zeigt diese emotionale Dichte mit beeindruckender Intensität und bewegender Schlichtheit. Ein tief berührender Theaterabend.

Vorstellungen: Donnerstag, 12., Freitag, 13., und Samstag, 14. November, jeweils 19.30 Uhr im kultur.portal. Restkarten: 0664/3735643.