Erstellt am 17. März 2016, 03:34

von Claudia Stöcklöcker

Trickbetrüger sackte emsig Bares ein. Bulgare erbeutete beim Geldwechseln rund 3.300 Euro.„Das habe ich gelernt“, sagt er im Prozess und muss nun ins Gefängnis.

 |  NOEN, Symbolbild
„Sie haben sich durch den österreichischen Lebensmittelhandel durchgearbeitet“, wettert ein Richter im Prozess am Landesgericht St. Pölten. Vor ihm sitzt ein 30-jähriger Bulgare, als Geldwechselbetrüger sackte dieser 3.300 Euro ein.

Quer durch Österreich war der Trickbetrüger mit seiner Masche erfolgreich, 16 Mal schlug er zu, in Niederösterreich in Lebensmittelgeschäften und Trafiken in Oberndorf an der Ebene, in Scheibbs, in St. Pölten und in Purkersdorf. Im Prozess erklärt er seinen miesen Trick.

„Ich habe 390 Euro in Zehn-Euro-Scheinen übergeben und gebeten, diese in 100-Euro-Scheine zu wechseln. Die Kassierinnen haben gesagt, dass zehn Euro fehlen. Das Geld habe ich dann wieder an mich genommen, einen Zehner dazugegeben, die Kassierinnen durcheinandergebracht und mir 20 Zehner behalten. Bekommen habe ich dann 400 Euro“, sagte der Angeklagte.

Gelernt ist gelernt

Und weiters: „Das habe ich so gelernt, so hat man mir das beigebracht.“ Wegen Geldwechselbetrugs fasste der 30-jährige in Deutschland bereits eine Geldstrafe aus. Nun setzt es ein Jahr teilbedingt, zwei Monate davon muss der Bulgare hinter Gittern absitzen.

„Die Verhängung einer unbedingten Haftstrafe ist spezial- und generalpräventiv notwendig, um diesen Kriminaltourismus einzudämmen“, begründet der Richter.

„Mein Mandant nimmt das Urteil an, glücklich ist er damit aber nicht“, sagt der Verteidiger nach Rücksprache mit dem Bulgaren. „Ihn glücklich zu machen ist auch nicht meine Intention“, kontert darob der Richter. Die Anklagebehörde gibt keine Erklärung ab, das Urteil ist nicht rechtskräftig.