Erstellt am 10. April 2016, 05:04

von Karin Katona

Von Nestroy bis Thoma. In den 40 Jahren ihres Bestehens hat die Theatergruppe Purgstall ein breites Spektrum an Bühnenstücken aufgeführt, darunter viele Werke berühmter Autoren.

Premiere: »Häuptling Abendwind oder das gräuliche Festmahl« von Johann Nepomuk Nestroy war 1976 die erste Inszenierung der Theatergruppe Purgstall. Alfred Karl, Josef Ziervogl, Gerti Gindl, Marianne Scherzer, Greti Fischer, Karoline Gindl, Fritz Fischer und Gerti Wiesenhofer standen auf der Bühne.  |  NOEN, privat

1976, zu einer Zeit, als das Fernseh-Hauptabendprogramm um Mitternacht zu Ende war und gutes Theater für viele Menschen außerhalb ihrer Reichweite, gründeten Hans Scharner, Franz Ressl, Josef Hofmarcher und Alfred Karl die Theatergruppe Purgstall. Man hatte sich vorgenommen, mehr als seichte Schwänke zu bieten – was in der mittlerweile 40-jährigen Geschichte der Truppe auch gelungen ist.

Außergewöhnlich ist nicht nur die Vielzahl an Schauspielern, die bei den Stücken der Theatergruppe mitgewirkt haben und die ununterbrochene, 40-jährige Tätigkeit von Regisseur Hans Scharner, sondern auch das breite Repertoire der Truppe. Sechs Mal standen Stücke von Johann Nepomuk Nestroy auf dem Programm, schon die erste Inszenierung war Nestroys „Häuptling Abendwind“. Drei Komödien von Ludwig Thoma, zwei Stücke von Peter Rosegger, zwei Mal Ludwig Anzengruber – die Liste bekannter Autoren ist lang.

2013 wagte sich die Theatergruppe an eine Mundartfassung von Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ – ein Risiko, wie den Darstellern und Regisseur Hans Scharner wohl klar war. „Der Jedermann war nicht nur eine große schauspielerische Herausforderung, sondern auch für unser Publikum, das von uns nur Komödien gewohnt war“, berichtet Scharner. „Aber entgegen unserer Befürchtungen waren alle Vorstellungen ausverkauft, die Kritiken hervorragend.“

In den kommenden Jahren soll die Leitung der Theatergruppe in jüngere Hände übergehen. „Dann wird sich auch entscheiden, welchen Weg wir in Zukunft gehen werden“, sagt Obmann Friedrich Fischer.

Zunächst spielt man heuer im Jubiläumsjahr aber die ländliche Groteske „Der verkaufte Großvater“ von Anton Hamik, überarbeitete von Franz Xaver Kroetz. Premiere ist am kommenden Samstag, 9. April.


Der verkaufte Großvater

Premiere: Samstag, 9. April, 14 Uhr Kindervorstellung/20 Uhr Premiere. Folgevorstellungen: 16, 22. und 23. April jeweils 20 Uhr, 17. und 24. April jeweils 18 Uhr. Ort: Pfarrsaal Purgstall. Eintritt: 8 Euro.