Erstellt am 29. Dezember 2015, 05:05

von Christian Eplinger

Wahlen bringen neuen Bezirkskommandanten. Ab 2. Jänner wählen die 27 Feuerwehren ihre neuen Kommandos. Drei Wechsel an der Spitze fix. Auch Helmut Laube geht.

Seit 1983 ist Helmut Laube aktives Feuerwehrmitglied, war zehn Jahre lang Leiter der Feuerwehrjugend in Wieselburg, danach Bezirkssachbearbeiter und folgte schließlich 1996 Peter Hartmann als Kommandant der FF Wieselburg. Eine Funktion, die er bis 2011 inne hatte. Von 2001 bis 2011 war Laube auch Abschnittskommandant im Kleinen Erlauftal. Seit 2011 ist er Bezirkskommandant. Eine Funktion, die er am 5. März zurücklegen wird. Als aktives und ab August Mitglied der Reserve der FF Wieselburg wird er dem Feuerwehrwesen aber erhalten bleiben. »Und wenn mich der Kommandant lässt, dann werde ich auch in der Reserve bei Einsätzen mit ausfahren«, lächelt Laube, der sich sonst auch auf die Zeit freut, in der sein Leben wieder mehr selbst bestimmt ist. »Unser Haus in Holzing und Reisen, unter anderem eine Kreuzfahrt ins westliche Mittelmehr, stehen auf der Prioritätenliste ganz oben«, verrät Helmut Laube.  |  NOEN, Christian Eplinger

Der Jänner steht landesweit ganz im Zeichen der Feuerwehrneuwahlen. Auch die 2.025 Feuerwehrmitglieder der insgesamt 27 Feuerwehren im Scheibbser Bezirk sind dabei zu den Wahlurnen gerufen. „Es wird einige Änderungen in den Kommandos der Wehren geben, wobei man bei unseren Wahlen nie genau voraussagen kann, ob es nicht doch auch noch irgendwo eine Überraschung gibt“, weiß FF-Bezirkskommandant Helmut Laube aus Erfahrung.

Drei Kommandanten legen Funktion zurück

Fix ist jedenfalls, dass drei Kommandanten ihre Funktion zurücklegen werden. Abschnittsbrandinspektor Karl Halbertschlager aus Reinsberg und Brandrat Leopold Scholler aus Zarnsdorf werden nicht mehr kandidieren.

Beide Wehren wählen ihre neuen Kommandanten übrigens zeitgleich am Dreikönigstag. In Scheibbs soll es zu einem Wechsel zwischen Kommandanten und Kommandant-Stellvertreter kommen. Brandrat Andreas Kurz tritt ins zweite Glied zurück, Oberbrandinsepktor Heinz-Gregor Ziegler soll ihn als Kommandant ablösen.

Auch wenn es mich jetzt selbst trifft,
die Altersregel ist völlig in Ordnung.
Helmut Laube

Auch bei den Stellvertretern gibt es einen regen Wechsel. Gleich sechs aktuelle Stellvertreter treten im Jänner ab: Hannes Repper (Perwarth), Karl Kaltenbrunner (Steinakirchen), Gottfried Dallhammer (Randegg), Franz Aigner (Wieselburg), Gerhard Rumpl (Gresten) und Patrick Gassner (Purgstall) treten im kommenden Jahr nicht mehr zu Wahl an.

Doch nicht nur auf Feuerwehr-Ebene kommt es zu Veränderungen, auch in den Abschnitten und im Bezirk wird sich einiges tun. Vor allem ganz an der Spitze, denn Bezirkskommandant Oberbrandrat Helmut Laube wird nach fünf Jahren im Amt ebenfalls nicht mehr kandidieren.

Laube: "Wehren sind gut aufgestellt"

Bei ihm wird die Altersklausel schlagend, wonach man bei der Feuerwehr mit 65 Jahren keine Kommandofunktion mehr inne haben darf. Laube wird im August 65 Jahre alt. „Auch wenn es mich jetzt selbst trifft und ich diese Tätigkeiten wirklich sehr gerne gemacht habe, ist das schon eine gute Regelung. Eine gewisse Erneuerung ist notwendig und gut“, sagt Helmut Laube, der sich für die gute Zusammenarbeit mit den Behörden und Gemeinden bedankt.

„Unsere Wehren sind durch die Bank gut aufgestellt – vor allem auch, was die Ausrüstung betrifft. Das geht aber nur, weil die Feuerwehren im Bezirk und in den Gemeinden einen hohen Stellenwert besitzen. Dadurch gibt es auch bei keiner der Wehren echte Nachwuchsprobleme“, weiß Laube, der selbst erst als „Spätberufener“ 1983 zur Feuerwehr kam. Davor war er mit Leidenschaft Fußballer.

Franz Spendlhofer gilt als Favourit

„Ich bin aber schon immer bei Einsätzen nachgefahren, sobald ich die Sirene gehört hatte –auch als ich noch kein aktiver Feuerwehrmann war. Wenn ich etwas mache, dann eben immer zu 100 Prozent. Daher habe ich als Bezirkskommandant den Level vielleicht auch manchmal etwas zu hoch angelegt“, gesteht der scheidende Bezirkskommandant.

Wer ihm bei den Wahlen am 5. März als Bezirkskommandant nachfolgt, ist noch offen. Der Bezirkskommandant und sein Stellvertreter werden von den einzelnen Kommandanten und Stellvertretern der 27 Wehren geheim gewählt. Als Favorit gilt Brandrat Franz Spendlhofer, Kommandant der FF Gaming und des Abschnittes Ötscher-Hochkar. Andreas Kurz soll Bezirkskommandant-Stellvertreter bleiben.

In Folge könnte es daher auch im Abschnitt Ötscher-Hochkar einen neuen Kommandanten geben. Auf alle Fälle ein völlig neues Abschnittskommando wird es aber im Kleinen Erlauftal geben.


Feuerwehr-Wahlen

  • Alle fünf Jahre wird das Kommando jeder Feuerwehr neu gewählt. Gewählt werden der Kommandant und sein(e) Stellvertreter. Der Kommandant bestimmt dann den Verwalter.

  • Gewählt wird in 27 Feuerwehren, aufgeteilt in drei Abschnitte. Die Abschnitte im Bezirk sind Großes Erlauftal, Kleines Erlauftal sowie Ötscher-Hochkar. Die Wahlen bei den einzelnen Wehren finden vom 2. bis 30. Jänner 2016 statt. Danach werden das Bezirkskommando und anschließend die Abschnittskommandos (alles am 5. März in der Kartause Gaming) gewählt. Neu ist heuer, dass neu gewählte Bezirks- oder Abschnittskommandanten zumindest weitere fünf Jahre in ihren Heimatwehren als Kommandanten tätig bleiben müssen.

  • Den Vorsitz auf FF-Ebene führt der Bürgermeister oder sein Vertreter. Neu ist, dass er eine dreiköpfige Wahlleitung anführt, der auch der jüngste und der älteste Charge angehören.

  • Wahlberechtigt sind Feuerwehrmitglieder, die das 15. Lebensjahr vollendet haben. Wahlvorschläge können bis unmittelbar zu Sitzungsbeginn schriftlich eingebracht werden.

  • Eine Wahlanfechtung kann von jedem Kandidaten, der sein passives Wahlrecht verletzt sieht, eingebracht werden. Über die Beschwerde entscheiden Gemeindevorstand oder Stadtrat endgültig.